Konzeption Evangelische Kindertagesstätte Stadtwald
Inhaltsverzeichnis: Vorwort 1. Unsere Kita stellt sich vor 1.1 Anschrift und Träger 1.2 Team 1.3 Öffnungszeiten und Betreuungsformen 2. Tagesablauf 3. Unser Bild vom Kind 4. Partizipation 5. Ziele der pädagogischen Arbeit: Stärkung der Basiskompetenzen 5.1 Individuum bezogene Kompetenzen 5.2 Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext 5.3 Lernmethodische Kompetenzen 5.4 Resilienz 6. Religiose Bildung 6.1 Was bedeutet religiöse Bildung 6.2 Haltung der pädagogischen Fachkräfte 6.3 Religionspädagogische Angebote/ Gelebte Praxis und Methoden 7. Räume 7.1 Stammgruppen- und Schwerpunkträume 7.2 Hummelgruppe- Rollenspielraum 7.3 Schmetterlingsgruppe- Bauraum 7.4 Delfingruppe- Atelier 7.5 Bewegungsraum 7.6 Spielflur 7.7 Bibliothek 7.8 Außenspielbereich 8. Sprach- und Literacykompetenzen 9. Genussvolles Essen 10. Übergänge 10.1 Übergang von der Familie, Tagespflege in die Kita 10.2 Übergang von der Kita in die Schule 10.3 Kooperationskalender zur Gestaltung des Übergangs Kita-Schule 11. Dokumentation 11.1 Eingewöhnung 11.2 Portfolio 11.3 Entwicklungsgespräche 11.4 Sprachscreenings 11.5 Förderpläne 12. Kooperationspartner 13. Zusammenarbeit mit Familien 14. Beschwerdemanagement 15. Sexualpädagogisches Konzept der Ev. Kita Stadtwald 15.1 Einleitung 15.2 Die kindliche Sexualität 15.3 Was ist Sexualpädagogik? 15.4 Regeln im Umgang mit sexuellen Aktivitäten in unserer Kita
16. Maßnahmen der Qualitätsentwicklung 17. Gesetzliche Grundlagen 18. Schutzauftrag §8a
Vorwort des Teams Liebe Leserin, lieber Leser, wir freuen uns, dass Sie unsere Konzeption in Händen halten und sich die Zeit nehmen, sich damit zu beschäftigen. Sie gibt Ihnen einen Einblick in unser Haus und unser pädagogisches Handeln. Die Konzeption wurde im Team entwickelt und ist das Ergebnis eines Prozesses, der Planung und Reflexion. Sie ist ein fortlaufender Prozess und die Grundlage unserer Arbeit, die regelmäßig evaluiert wird. Das Team hat sich sehr viel Zeit, Erfahrungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und aktuelle Beobachtungen eingebracht, um dieses Konzept zu erstellen. Der hessische Bildungs- und Erziehungsplan war ebenfalls die Grundlage dieser Arbeit. Die Einblicke sollen Ihnen zu einem guten Verständnis und zur Transparenz unserer Arbeit verhelfen. Wir wünschen uns, dass Ihr Kind auf eine glückliche Kindergartenzeit zurückblicken kann.
1. Unsere Kita stellt sich vor Unsere Evangelische Kindertagesstätte Stadtwald liegt naturnah im Stadtwald des Marburger Stadtteils Ockershausen und ist mit den Buslinien 5,8 und 17 gut zu erreichen (Bushaltestelle Platz der Weiße Rose). Die Kindertagesstätte wurde im Februar 1972 vorwiegend für die Kinder, der damals hier lebenden Bundeswehrangehörigen der Tannenkaserne errichtet. Im September 2023 ist die Kita in ein neues Gebäude gezogen. Heute besuchen Kinder aus den angrenzenden Wohngebieten und auch aus anderen Stadtteilen unsere Einrichtung. 1.1 Anschrift und Träger Evangelische Kindertagesstätte Stadtwald Rudolf-Breitscheid-Straße 28 35037 Marburg Telefon: 06421/3800300 E-Mail: kita.stw@ekkw.de Die Kindertagesstätte ist eine der Tageseinrichtungen für Kinder, die zu dem Gesamtverband der Evangelischen Kirchengemeinden in Marburg, sowie zu der Matthäusgemeinde gehört und durch das Evangelische Kirchenkreisamt unterhalten wird. Evangelisches Kirchenkreisamt Kirchhain-Marburg Universitätsstraße 45 35037 Marburg Telefon: 06421/16991-0
1.2 Das Team 1 Leitung & 1 Ständige Stellvertretung 7 pädagogischen Fachkräften 1 Integrationskraft 1 Fachkraft der Bundesprogramm Sprache 2 PivA´s & 1 Berufspraktikan/in 1 FSJ-Stelle 1 Köchin 1 Küchenhilfe 1 Hauswirtschaftskraft 2 Reinigungskräfte 1 Hausmeister Zuständige Pfarrerin der Matthäusgemeinde: Frau Kirchhoff-Müller 1.3 Öffnungszeiten und Betreuungsformen Montag-Freitag: 7.00-17.00 Uhr 60 Ganztagsplätze (35-45 Stunden/Woche), darunter Ganztagsplätze mit 45 Stunden/Woche + Seit 01.08.2018 übernimmt die Stadt Marburg die volle Summe des Beitrags für einen Ganztags- und einen Vormittagsplatz. Über Bildung und Teilhabe (BuT) können die Eltern beim Kreis Job Center Übernahme der Kosten für das Mittagessen beantragen.
2. Tagesablauf Zeiten Montag-Freitag 7:00-8:00 Gruppenübergreifende Frühdienstbetreuung 7:30-9:30 Frühstück in der Mensa 8:00-9:30 Ankommen in den Stammgruppen: Freispielphase 9:30-10:00 Morgenkreis in den Stammgruppen/ Einwahl in die Schwerpunkträume, außer montags (Stammgruppentag) 10:00-11:45 Teilöffnung der Schwerpunkträume (Kreativ-, Bau-, Rollenspielraum, Turnraum, Außengelände +Schlafraum/Bibliothek für die Vorschulkinder) 11:45-12:00 Aufräumen in den Gruppen 12:00-14:00 Mittagessen in der Mensa (Schlafens Kinder gehen zuerst). Parallel finden Vorlesekreise, Zähneputzen und Freispielphase für Kinder in den Stammgruppen statt. 15:00-16:00 Offener Snack in der Mensa, wie auch Freispiel in den Gruppen 15:00-17:00 Spätdienstbetreuung
3. Unser Bild vom Kind In unserem christlichen Selbstverständnis sehen wir das Kind als ein einzigartiges Geschöpf Gottes an, das mit all seinen Eigenschaften, Fertigkeiten und Eigenheiten unsere Gemeinschaft bereichert. Kinder sind den Erwachsenen gleichwertig, werden wertgeschätzt, respektiert und bedingungslos angenommen. Jedes Kind entwickelt sich gleich seiner Individualität in seinem eigenen Tempo. Kinder sind dabei von Natur aus explorationsfreudig und haben großes Interesse daran, ihre Umgebung zu erkunden, ihre eigenen Fähigkeiten spielerisch zu erproben und auszubauen und somit selbstbestimmt und selbstständig die Verantwortung für ihre Entwicklung zu übernehmen. „Ein Kind ist kein Gefäß, dass gefüllt, sondern ein Feuer, das entzündet werden will“ Francois Rabelais Die ganzheitliche, lebensweltorientierte Entwicklung eines jeden Kindes steht im Fokus unserer pädagogischen Arbeit. Es ist von höchster Relevanz, dass jedes Kind genügend Raum und Zeit zur Verfügung gestellt bekommt, um eigenständig die für seine Entwicklung benötigten Schritte durchführen zu können. Es ist die Aufgabe der päd. Fachkraft eine Lernumgebung zu schaffen, die das Interesse der Kinder weckt, ihnen genügend Erfahrungs- und Selbstbildungsmöglichkeiten bietet und auf ihre individuellen Bedürfnisse eingeht. Die päd. Fachkraft beobachtet und begleitet das Kind in diesem intrinsischen Entwicklungsprozess und fungiert als Ko- Konstrukteur und Impulsgeber. „Nicht alle Kinder lernen das Gleiche, zur gleichen Zeit, auf die gleiche Weise“ Kathy Walker Für die kindliche Exploration ist ein sicheres Umfeld, in dem das Kind Zuwendung und Fürsorge erfährt, unerlässlich. Die päd. Fachkraft steht jedem Kind als zuverlässige Ansprechpartner/in und Bindungsperson zur Seite. Auch bei der Raumgestaltung achten wir auf Übersichtlichkeit und eine Sicherheit vermittelnde Atmosphäre. Der familiäre Hintergrund eines jeden Kindes ist prägend für sein Wesen und seine Entwicklung. Eine vertrauensvolle Erziehungspartnerschaft und enge Zusammenarbeit mit den Erziehungspersonen sind von daher die Grundlage für die gelingende
Entwicklung des Kindes. Das Freispiel ist für Kinder ein elementarer Bestandteil Ihres Entwicklungsprozesses. Am Modell des Erwachsenen orientiert, lernen Kinder spielerisch ihre Lebenswelt zu verstehen. Der Lernprozess von Kindern wird dabei maßgeblich von den im explorativen Spiel gesammelten Erfahrungen geprägt. Erfolge und Misserfolge sind hierbei gleichermaßen für die Entwicklung des Kindes relevant. „Spielen ist die höchste Form der Forschung“ Albert Einstein Unser Bild vom Kind setzen wir in allen Situationen des Alltages um. Die päd. Fachkräfte reflektieren regelmäßig in Teamsitzungen, kollegialen Beratungen und in der konzeptionellen Arbeit das „Bild vom Kind“. Es ist unser Anspruch an unsere päd. Qualität, unsere Haltung stets zu überprüfen und zu verdeutlichen. In Anbetracht neuester, entwicklungspsychologischer Erkenntnisse, wird unsere päd. Arbeit und dementsprechend auch unser „Bild vom Kind“ ständig aktualisiert und den sich wandelnden, individuellen Bedürfnissen der Kinder angepasst. „Das Leben anzuregen – und es dann frei entwickeln zu lassen – hierin liegt die erste Aufgabe des Erziehers“ Maria Montessori 4. Partizipation Partizipation „Kinder haben das Recht, an allen sie betreffenden Entscheidungen entsprechend ihrem Entwicklungsstand beteiligt zu werden. Es ist zugleich ein Recht, sich nicht zu beteiligen. Dieser Freiwilligkeit seitens der Kinder, ihr Recht auszuüben, steht die Verpflichtung der Erwachsenen
gegenüber, Kinder zu beteiligen, ihr Interesse für Beteiligung zu wecken.“ Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention Die zentrale Bedeutung von Beteiligung ist die Mit- und Selbstbestimmung der Kinder. Unsere Aufgabe als Einrichtung ist es, die Kinder in die Entscheidungsprozesse einzubinden und ihnen die Möglichkeit zu geben in vielen verschiedenen Bereichen für sich selbst Entscheidungen zu treffen. Die Fachkräfte nehmen die Wünsche und Anregungen der Kinder wahr und begegnen den Kindern auf Augenhöhe. Das Lernen findet dabei Ko-konstruktiv statt. Dabei entwickeln die Kinder ein Verständnis dafür, dass sie bestimmte Rechte haben und verschiedene Kompetenzen besitzen. Diese Kompetenzen können die Kinder mit Hilfe der pädagogischen Fachkräfte und anderer Kinder aus der Gruppe/ Kita weiterentwickeln. Dies geschieht bei der Auswahl gemeinsamer Gruppenaktivitäten, Vereinbarung gemeinsamer Regeln, bei der individuellen Auswahl eines Schwerpunktraumes in dem gespielt wird usw. Die pädagogischen Kräfte unterstützen die Kinder dabei, eine Balance zwischen den Bedürfnissen des Individuums und der gesamten Gruppe/ Kita herzustellen. Dabei ist die intensive Zuwendung der Fachkraft vor allem für die jüngeren Kinder von großer Bedeutung. Bei diesen Kindern entsteht die Beteiligung insbesondere durch das Beobachten der Bedürfnisäußerungen. Die Erzieher/innen berücksichtigt dabei die individuellen Interessen und Vorlieben der Kinder. Die pädagogischen Fachkräfte sorgen für die Integration dieser Bedürfnisse in den Alltag und bestärken die Kinder, sich aktiv am Gruppengeschehen zu beteiligen. „Kinder sind wie Schmetterlinge im Wind. Manche fliegen höher als andere, aber alle fliegen so gut sie können. Vergleiche sie nicht untereinander, denn jedes Kind ist einzigartig, wundervoll und etwas ganz Besonderes!“ Autor unbekannt Angepasst an die stetige Entwicklung der Kinder und deren Möglichkeit Verantwortung zu übernehmen, wird die Beteiligung an individuellen Entscheidungen größer. Die Erzieher/innen ermöglicht den älteren Kindern
zunehmend eigenständig und in Kooperation mit anderen Kindern auch komplexere Aufgaben zu übernehmen und durchzuführen. Dies betrifft zum Beispiel die Gestaltung des Morgenkreises und andere Aktivitäten. Mit fortschreitender Entwicklung übernehmen die älteren Kinder gerne Verantwortlichkeiten und herausgehobene Rollen in der Gruppe. Dies geschieht zum Beispiel beim Einbeziehen der Kinder in organisatorische Prozesse und Übernahme von hauswirtschaftlichen Aufgaben, sowie Ausübung des Beschwerdemanagements usw. Die Kinder lernen, die Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, für andere Vorbild zu sein und sich zuständig für eigene Belange und die der Gemeinschaft zu fühlen. Die eigenen Interessen mit den Interessen der anderen in Einklang zu bringen, fördert die Entwicklung der demokratischen Kompetenzen. Demokratisches Handeln erlernen die Kinder spielerisch im Kindergartenalltag. Sie lernen, die eigenen Sichtweisen zu äußern und zu vertreten. Dabei nehmen sie die Sichtweisen anderer wahr und respektieren diese. Jeder wird gehört und jede Stimme zählt. Die Kinder setzen sich mit zwischenmenschlichen Konflikten, fairen Auseinandersetzungen, Strukturen von Mehrheitsentscheidungen, die zu einer Lösung führen, auseinander. Dabei erlernen die Kinder die wichtigsten Regeln der Kommunikation: einander zuhören, ausreden lassen und wertschätzender Umgang miteinander. Die pädagogischen Fachkräfte begleiten dabei und geben nötige Unterstützung. Die Erzieher/innen passen die entsprechenden Angebote im Alltag an und gestalten die Lernumgebung so, dass die Kinder verschiedene Wahlmöglichkeiten haben. Die pädagogischen Fachkräfte reflektieren regelmäßig, inwieweit Partizipation am Bildungsort gelebt wird und in welchen Bereichen die Beteiligungsmöglichkeiten noch ausgebaut werden können. Durch kontinuierliches Beobachten, Dokumentieren und Reflektieren leisten Fachkräfte einen großen Beitrag zur Verbesserung kindlicher Lebensräume. „Die Aufgabe der Umgebung ist es nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren“ Maria Montessori
5. Ziele der pädagogischen Arbeit: Stärkung der Basiskompetenzen Als Basiskompetenzen verstehen wir die grundlegenden Fähigkeiten und Einstellungen, die jeder Mensch mit sich bringt. Sie bilden die Grundlage der Entwicklung jedes Kindes. Ihre Förderung steht daher im Zentrum unserer pädagogischen Arbeit. Die Basiskompetenzen werden unterteilt in: • ° Individuums bezogene Kompetenzen • ° Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext • ° Lernen und lernmethodische Kompetenz • ° Resilienz 5.1 Individuums bezogene Kompetenzen: Ein positives Selbstbild und ein Bewusstsein über die eigene Handlungsfähigkeit bilden nicht nur die Grundlage für eine gelingende Entwicklung, sondern legen weiterhin das Fundament für die psychische Gesundheit jedes Menschen. Ein Kind mit einem gesunden Selbstwertgefühl und ausgeprägtem Autonomiebewusstsein, zeigt somit ein deutlich erhöhtes Maß anMotivation, einen gesteigerten Explorationsdrang sowie ein stärkeres Durchsetzungsvermögen. „Man kann viel, wenn man sich nur recht viel zutraut.“ Wilhelm von Humboldt In unserer pädagogischen Arbeit sind Wertschätzung und Akzeptanz gegenüber jedem Kind fest verankert: Jedes Kind wird persönlich von seinen Bezugs Erzieherinnen begrüßt und verabschiedet. Die päd. Fachkräfte haben ein ehrliches Interesse an der individuellen Lebenswelt der Kinder und nehmen ihre Ideen, Meinungen und Wünsche ernst. Sie geben jedem Kind genügend Raum, um sich mitzuteilen, ohne sie zu unterbrechen. Die Kommunikation findet auf Augenhöhe der Kinder statt. Auch unsere pädagogischen Angebote werden vielseitig und mit einem hohen Maß an Partizipationsmöglichkeiten gestaltet um jedem Kind entsprechend seinen individuellen Interessen eine Vielzahl an Autonomieerfahrungen zu bieten.
Das Kind erlebt sich selbst als kompetent und kann mit seinen Kompetenzen Einfluss auf seine Umwelt ausüben. Auch die Fähigkeit, sich der eigenen Emotionalität bewusst zu werden und seine Emotionen regulieren zu können bildet eine weitere Grundlage der persönlichen Entwicklung und ist eine Notwendigkeit für eine gelingende Kommunikation und gesellschaftliche Teilhabe: Um die Kinder dabei zu unterstützen, einen Bezug zu ihrer eigenen Emotionalität herzustellen und diese zu verstehen, nimmt die pädagogische Fachkraft eine Vorbildfunktion ein: Die/ der Erzieher/in macht den Kindern ihre eigenen Emotionen durch Verbalisierung und ihre Authentizität transparent und kann eigene Fehler eingestehen. Die Kinder lernen somit am lebenden Modell. Darüber hinaus werden die Kinder motiviert und dabei unterstützt ihre eigenen Emotionen zu erkennen und zu benennen, sowie diese zu wertschätzen und zu akzeptieren. Für die alltagsintegrierte Förderung der emotionalen Kompetenzen sind Kommunikationsmodelle, wie die „gewaltfreie Kommunikation“ (GFK) nach Rosenberg fest in unserem Haus etabliert. Unser Anspruch ist es einen Bezug zum Alltag und der jeweiligen Gefühlslage der Kinder herzustellen. Die pädagogischen Fachkräfte bedienen sich aber auch weiterer, emotionspädagogischer Angebote und Methoden, wie etwa: Faustlos (HPZ), die Farbenmonster von Anna Llenas oder „Heute bin ich“ von Mies van Hout. Die körperbezogenen Kompetenzen, wie die Grob- und Feinmotorik bilden die Basis für viele andere Kompetenzen. Dementsprechend ist ihre Förderung in fast allen Bereichen des KiTa-Alltages integriert. Unsere KiTa bietet ein umfang- und abwechslungsreiches Raum- und Materialangebot: Auf dem Außengelände und im Turnraum haben die Kinder die Gelegenheit, ein Bewusstsein über ihre motorischen Fähigkeiten zu erlangen und diese beim Klettern, Laufen und Springen zu erproben. Gleichermaßen bietet unser Kreativbereich eine Vielzahl an Möglichkeiten zur individuellen Förderung der Feinmotorik, wie etwa das Halten eines Stiftes, oder das Schneiden mit einer Schere. Unsere pädagogischen Angebote werden dabei individuell auf die Bedürfnisse und Ressourcen der Kinder abgestimmt. Auch die Förderung der „Alltagskompetenzen“ wie das eigenständige An- und Ausziehen, die Körperhygiene und das Essen mit Besteck fördern das Körperbewusstsein, sowie auch die Autonomie jedes Kindes und sind somit fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Ihre kognitiven Kompetenzen helfen den Kindern beim Entwickeln eigener Problemlösestrategien, sowie beim Abwägen diverser Handlungsoptionen.
Sie beeinflussen die Lern- und Konzentrationsfähigkeit sowie auch das Erinnerungsvermögen und die Kreativität. Durch regelmäßigen Input im pädagogischen Alltag, sowie auch über unsere pädagogischen Angebote, versuchen wir den natürlichen Wissendurst der Kinder zu entfachen und zu fördern. Auch hier ist es uns wichtig, die Lerninhalte in den Bezug zur individuellen Lebenswelt der Kinder zu setzen und sie stets zur Nachfrage zu motivieren. 5.2 Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext: Für eine erfolgreiche Teilhabe an unserer demokratischen Gesellschaft ist eine grundlegende Sozialkompetenz unabdingbar. Sie umfasst die Fähigkeit des Menschen sich in ein soziales Gefüge zu integrieren, mit anderen Menschen zu kommunizieren sowie sich in Konflikten behaupten und diese lösen zu können. Auch der Ausbau von Empathie Fähigkeit, sowie die Werteentwicklung und das demokratische Verständnis fallen in diesen Kompetenzbereich. „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ Ludwig Wittgenstein Sprache wird nicht zu Unrecht als „der Schlüssel zur Welt“ bezeichnet: Die Fähigkeit sich mit anderen verständigen und austauschen zu können ist zwingend erforderlich, um sich in eine Gemeinschaft zu integrieren. Demnach legen wir der Sprachförderung in unserer Einrichtung, deren Klientel sich durch eine hohe, kulturelle und damit auch sprachliche Diversität auszeichnet, einen hohen Stellenwert bei. Die pädagogische Fachkraft dient den Kindern im KiTa-Alltag als Sprachvorbild. Sie passt ihre Sprache an den individuellen Stand der Kinder an, spricht klar und deutlich und ggbfs. in einfacher Sprache. Die päd. Fachkraft ermutigt die Kinder zum Sprechen und gibt ihnen genügend Raum sich mitzuteilen/ auszureden. Die Fachkraft verbessert die Aussagen von Kindern nicht, sondern bedient sich der Methode des korrektiven Feedbacks. Es ist unser Anspruch an unsere päd. Arbeit, alle Äußerungen von Kindern zu wertschätzen und ihre Freude am Sprechen zu wecken. Indem die päd. Fachkraft die Handlungen von Kindern verbalisiert, stellt sie einen direkten Bezug zwischen Sprache und der Lebenswelt des Kindes her. Auch das tägliche Vorlesen, oder Methoden wie das dialogische Lesen in Kleingruppen, gemeinsames Erzählen und das Spiel mit Sprache, wie etwa beim Singen und Reimen im Morgenkreis öffnen den Kindern ein weiteres Fenster um unsere Sprache kennen und verstehen zu lernen.
Darüber hinaus haben alle Kinder die Möglichkeit, Bücher aus der KiTaBibliothek über das Wochenende auszuleihen und mit nach Hause zu nehmen. Eng verbunden mit der Sprachkompetenz sind die Konfliktfähigkeit und damit einhergehend das Kooperations- und Empathie-verständnis. Die pädagogische Fachkraft nimmt im KiTa-Alltag sowohl die Rolle eines stetigen Ansprechpartners, sowie ggbfs. auch die eines Mediators ein. Der/ die Erzieher/in ist den Kindern stets präsent und ermuntert sie, sich selbstständig Hilfe einzuholen, wenn sie diese benötigen. Sie bietet ihnen Hilfestellungen, sowohl in Alltagsproblematiken wie auch beim Lösen von Konfliktsituationen an, oder liefert Impulse und Denkanstöße, die den Kindern helfen ein Problem, oder einen Streitpunkt aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und ggbfs. Alternativen für neue Problemlösestrategien zu erarbeiten. Gemeinsame Gruppenaktivitäten, auch im kleinen Rahmen, beispielsweise bei Tischspielen, o. Ä., wie auch Kooperationsspiele verhelfen den Kindern ein Gefühl der Zugehörigkeit und des Zusammenhalts zu entwickeln. Auch der Vermittlung gesellschaftlicher Werte, wie Hilfsbereitschaft, Verantwortungsübernahme und Gewissensbildung ist wegweisend für eine umfassende Teilhabe eines jeden Kindes. Gemeinsame Werte bieten Halt, Orientierung und Abgrenzung. Klare und vor Allem einheitliche Rahmenbedingungen, Strukturen und Regeln innerhalb der KiTa sind dementsprechend ein weiterer Eckpfeiler für die gelingende Entwicklung. Regeln, Tagesabläufe und weitere Inhalte werden regelmäßig mit den Kindern besprochen und wiederholt. Es ist unser Anspruch allen Kindern ein klares Verständnis für den Zusammenhang zwischen ihrem Handeln und damit verbundenen Konsequenzen aufzuzeigen. Durch die Übernahme verschiedener, hauswirtschaftlicher Tätigkeiten, wie das Decken der Tische beimMittagessen, das Stellen des Morgenkreises oder das Aufräumen des eigenen Arbeitsplatzes am Basteltisch, aber auch durch gegenseitige Hilfestellungen beim An- und Ausziehen, erfahren die Kinder gleichsam ein Gefühl der Autonomie und Selbstfürsorge, sowie die Übernahme von Verantwortung sowohl für bestimmte Abläufe/ Tätigkeiten, als auch füreinander. Die Kinder bestimmen in vielen Fällen selbstständig, wie sie ihren KiTa-Alltag gestalten. Dies gilt nicht nur für Situationen des Freispiels, sondern auch für gemeinschaftliche Aktivitäten, wie dem Morgenkreis: Gemeinsam stimmen alle Kinder hier darüber ab, welches Spiel sie im Morgenkreis spielen wollen oder wie sie den Vormittag verbringen möchten. Die Kinder werden außerdem dazu motiviert, ihre Meinungen und Ideen, aber auch mögliche Beschwerden offen mitzuteilen. Mittels unserer fest in der KiTa integrierten
„Beschwerde-Wand“ können sie sicher sein, dass das, was sie beschäftigt wahr- und ernstgenommen wird und in der KiTa-gemeinschaft Gehör findet. Auf diese Weise machen sie die Erfahrung, dass ihre eigene Stimme Gewicht hat und ihre Meinung für gemeinsame Entscheidungen wichtig ist. „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ - Mahatma Gandhi 5.3 Lernmethodische Kompetenzen: Die Lernmethodischen Kompetenzen, also die Fähigkeit sich Wissen zu erschließen, zu verstehen und anzuwenden, ist eine elementare Grundlage für die Entwicklung jedes Kindes. Die päd. Fachkräfte ermuntern die Kinder regelmäßig, sich benötigte Informationen gezielt und vor allem selbstständig zu beschaffen. Um ihrem natürlichen Wissensdurst nachgehen zu können, bieten wir den Kindern ein breitgefächertes Angebot an Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten. Dies spiegelt sich sowohl in einer anregenden Gestaltung der Räumlichkeiten, einem umfassenden Material-angebot als auch der Planung von päd. Angeboten wider. Es ist unser Anspruch, die Neugier der Kinder wahrzunehmen und zu fördern, sowie durch gezielte Impulse Interesse für Neues zu wecken, um eine Verinselung zu vermeiden. Das Lerntempo wird dabei stets von den Kindern selbst bestimmt und die päd. Fachkräfte stimmen ihre Erwartungshaltung auf die individuellen Ressourcen der Kinder ab. Durch ein wertschätzendes, fehlerfreundliches Lernumfeld sollen die Kinder zu immer neuen Versuchen und beim Entwickeln neuer Strategien unterstützt werden. Fehler werden gleichermaßen als Lernerfolg oder Erfahrungszuwachs angesehen und die Kinder stets in ihrem Lernprozess durch die Fachkräfte motiviert. „Es ist ein großer Vorteil im Leben, die Fehler, aus denen man lernen kann, möglichst früh zu begehen.“ Winston Churchill
5.4 Resilienz: Die Lernbereitschaft und Explorationsfreude eines jeden Menschen und damit auch eines jeden Kindes, sind unmittelbar abhängig von einem grundlegenden Gefühl der Sicherheit, dem Vertrauen in eigene Fähigkeiten, sowie stabilen Beziehungen und Strukturen. Diese Grundpfeiler von seelischer und psychischer Gesundheit, bilden demnach die Grundlage, sowohl für die Entwicklung als auch die gesellschaftliche Teilhabe jedes Kindes. Eine vertrauensvolle Bindung zwischen Kind und päd. Fachkraft steht demnach im Zentrum unserer päd. Arbeit. Die päd. Fachkraft begleitet und unterstützt das Kind in Alltagsproblematiken sowie persönlichen Schicksalsschlägen. Sie ist ein steter Ansprechpartner, der die Wünsche und Bedürfnisse eines jeden Kindes ernst nimmt und wertschätzt. Weiterhin werden die Kinder durch gezielte Impulse oder das Aufzeigen von Alternativen dabei unterstützt, eigene Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Im oft chaotischen KiTa-Alltag ist es unser Anspruch, jedem Kind durch klare Tagesstrukturen und transparente Rahmenbedingungen und Regeln, die Beständigkeit von Bezugspersonen, behutsam auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Kinder angepasste Übergänge und mit Hilfe sich wiederholender Rituale ein Umfeld zu verschaffen, in dem sich jedes Kind sicher und geborgen fühlt. „Kinder sind aktive Bewältiger ihres Lebens“ Corinna Wustmann 6. Religiöse Bildung in unserer Einrichtung 6.1 Was bedeutet religiöse Bildung: - Wir vermitteln den christl. Glauben - Kinder stellen Fragen (warum, wieso, etc.); Religiöse Bildung bedeutet in diesem Zusammenhang das Vermitteln von (religiösem) Wissen (den christl. Glauben kennen lernen und erfahren), aber auch ein Gefühl von Zugehörigkeit, Sicherheit, Struktur (bspw. Durch Rituale) und Vertrauen zu verschaffen, christliche/ westliche Werte und Normen zu vermitteln und Kinder in ihrer Identitätsfindung zu unterstützen.
- Unterstützung der Entwicklung von einemWirklichkeitsverständnis (bspw. Abstrakte Themen wie „Sinn“ und ethische Grundsätze) - Wir missionieren nicht; Wir begegnen allen Religionen, Glaubensvorstellungen, etc. mit Akzeptanz und Wertschätzung. - Umgang mit Krisen, Brüchen, Übergängen (Bewältigung und Resilienz / Sinnfrage) - Akzeptanz von Schwächen, Fehlern, Kultur des Verzeihens / Nachsicht (Konfliktbewältigung) 6.2 Haltung der päd. Fachkräfte: - Fachkräfte vertreten eine christliche Grundhaltung - Offenheit, Rücksicht und Akzeptanz/ (religiöse) Vielfalt als Ressource/ Aufgeschlossen für Perspektivwechsel, Stärken der kindl. Urteilsfähigkeit, Meinungs- und Identitätsfindung/ Steigerung Selbstwert/ Vermittlung von Akzeptanz (Impulse setzen und kindl. Interessen aufgreifen/ ernst nehmen). 6.3 Religionspädagogische Angebote / Gelebte Praxis und Methoden: - Tischgebete - Austausch über religiöse Fragen, orientiert an Lebenssituationen der Kinder - Wöchentliche bibl. Geschichte (Erzählungen) - Regelmäßiger Besuch der Pfarrerin in der KiTa - Feiern der christl. Feste im Jahr (mit Kindern und Familien) - Mitgestaltung und Teilnahme an Gottesdiensten - Pflegen der Kontakte zur Matthäusgemeinde Ockershausen, zum Kirchenvorstand und der Wolff’schen Stiftung 7. Räume 7.1 Stammgruppen- und Schwerpunkträume In den Räumen der Kita sollen sich Kinder und Erwachsene wohlfühlen. Die Räume wecken Neugier und Unternehmungslust und laden zum selbstbestimmten Spielen und Lernen ein.
Im halboffenen Konzept (siehe dort) sind den Räumen der Stammgruppen verschiedene Funktionen/Schwerpunkte zugeordnet. 7.2 Hummelgruppe-Rollenspielraum Im Rollenspielraum laden viele unterschiedliche Verkleidungen zum fantasievollen Spielen ein. Es gibt eine gut ausgestattete Spielküche und Decken zum Höhlen bauen. Die Kinder können im Spiel in verschiedene Rollen schlüpfen und Lebenssituationen nachspielen. 7.3 Schmetterlingsgruppe-Bauraum Im Bauraum gibt es Gegenstände und Spielsachen zum Bauen und Konstruieren. Kinder erfahren die Grundsätze der Statik beim Bauen mit Bauklötzen. Sie lernen etwas über Magnetismus beim Spiel mit den Magneten. Beim Spiel mit Autos, Tieren und Legosteinen müssen die Kinder sich untereinander verständigen und einigen. 7.4 Delfingruppe-Atelier Im Atelier liegt der Schwerpunkt auf dem kreativen Gestalten mit unterschiedlichen Materialien. Es gibt ein großes Angebot an Farben, Pinseln, Stiften, Scheren, Papier, Kleber und anderem Bastelmaterial. Auch vielfältige Alltagsmaterialien kommen hier zum Einsatz. Der Raum bietet genug Platz auch für großflächiges Gestalten auf dem Boden oder an Staffeleien. Da die Schwerpunkträume ebenfalls als Stammgruppenräume genutzt werden, gibt es in jedem Raum ein kleines Kontingent an Malutensilien, Tischspielen und Puzzles. 7.5 Bewegungsraum Raum und Zeit für Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil des Kita-Alltags. Durch unterschiedliche Bewegungserfahrungen machen Kinder neue Entwicklungsschritte. Ein Kind lernt mit dem ganzen Körper und allen Sinnen. Im Bewegungsraum können die Kinder täglich ihrem Bedürfnis nach Bewegung nachkommen. Sie können dort Klettern, Schaukeln, Toben, Fangen, Balancieren, um die Wette rennen, Ball spielen und vieles mehr.
7.6 Spielflur Im Flur begegnen sich alle Personen, die von einem Raum zum nächsten Wechseln, neu ankommen oder wieder gehen und alle, die nur mal schauen möchten, was so los ist. Hier trifft man sich, es wird viel kommuniziert, sich verabredet, es geht lebhaft zu. Aber es gibt auch kleine ruhigere Plätzchen zum Verweilen und Beobachten. 7.7 Bibliothek Die Bibliothek der Kita bietet ein umfassendes Angebot an Bilderbüchern (auch in vielen Familiensprachen) und andere Medien wie CDˋs, KamishibaiErzähltheater, Erzählschiene, Geschichtensäckchen u.v.m. Es gibt Bücher zu verschiedenen Themenbereichen wie Märchen, Tiere, Leben in anderen Ländern, Lexika, Bücher zu religiösen oder gesellschaftlichen Themen. Die Kinder entwickeln hier Freude und Leidenschaft zu Literatur durch Geschichten und sie erleben Bücher als einen wertvollen „Schatz“ unserer Kultur. Beim Eintritt in die Kita erhält jedes Kind/jede Familie eine Büchertasche. So kann es sich an jedem Freitag ein Buch aus der Bibliothek ausleihen und über das Wochenende mit nach Hause nehmen. 7.8 Außenspielbereich Den Außenbereich der Kita teilen wir mit der Kinderkrippe „Stadtwaldwichtel“ der IKJG. Die Spielbereiche sind nicht voneinander abgegrenzt. Das Gelände bietet Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten für alle Altersgruppen, wie z.B. Rutschen, Schaukeln, mit Fahrzeugen fahren oder im Sand spielen. Ein Matschplatz wird demnächst hinzukommen. Durch die Nähe zum angrenzenden Wald wird dieser zu einem weiteren oft genutzten Spiel- und Lernbereich. 8. Sprach- und Literacykompetenzen „Die kindliche Sprachentwicklung spielt eine wichtige Rolle für die emotionale und kognitive Entwicklung der Kinder. Sprache und Schrift sind Schlüssel zu Wissen, Bildungserfolg und letztlich gesellschaftlicher Teilhabe. Damit Kinder diese Schlüssel einsetzen können, benötigen sie gut entwickelte
Alltagskompetenzen, schon früh die Möglichkeit, Erfahrungen mit Literacy und Bildungssprache zu sammeln.“ (Reflexionsfragen zum BEP, Julia Held, ifp) Wir orientieren uns bei unserer sprachlichen Bildungsarbeit am hessischen Bildungs- und Erziehungsplan (BEP). Im BEP wird insbesondere der positive soziale Kontakt mit Personen, die den Kindern wichtig sind, als Erfolgsfaktor für Sprache genannt. Ebenso relevant ist, dass Themen behandelt werden, welche die Interessen der Kinder berühren und Handlungen, welche für sie selbst einen Sinn ergeben. (BEP S.66) Als „Sprach-Kita“ legen wir besonderen Wert auf die sprachliche Bildung im Alltag. Dazu gehört auch die Mehrsprachigkeit unserer Kinder zu würdigen. Wir nutzen Gelegenheiten bei denen Kinder in ihrer Familiensprache sprechen können und sehen ihre Mehrsprachigkeit als Schatz an. Wir stellen Mehrsprachige Kinderliteratur und reine Bildgeschichten in unserer Bibliothek zur Verfügung. Bei Elterngesprächen arbeiten wir mit Dolmetscher*innen, wenn dies die Verständigung erleichtern kann. Bei unseren Elternbriefen und Informationen bemühen wir uns um eine möglichst Leichte Sprache. Neben dem Gespräch mit den Kindern ist uns der regelmäßige sprachliche Austausch mit den Eltern wichtig. Wenn Sprache ein Hindernis darstellt, nutzen wir Übersetzungsapps. In unserer Einrichtung sind drei Sprachprogramme etabliert: Das „Marburger Sprachförderkonzept“, das Landesprogramm "Sprachförderung für Kinder im Kindergartenalter" und das „Bundesprogramm Sprache“. Zudem führen wir das Marburger Sprachscreening (MSS) durch. Wesentliche Punkte der drei Sprach-Programme sind die Alltagsintegrierte sprachliche Bildung, die Literacyarbeit, die additive Sprachförderung und die Beobachtung. Bei der Alltagsintegrierten Sprachförderung begleiten wir die Kinder sprachlich im Alltag. Ebenso wichtig ist uns, dass die Kinder in den sprachlichen Dialog mit uns treten und selbst sprechen, z.B. beim Dialogischen Lesen und bei vielen Alltäglichen Gelegenheiten. Mit der Literacy-Arbeit bieten wir Kindern die Möglichkeit durch Sprechzeichnen, Graphomotorischen Übungen, gemeinsamer Portfolioarbeit oder dem Vorlesen, erste Lese- und Schreibkompetenzen zu entwickeln. Dabei nutzen wir vielfältiges Material wie:
• Kamishibai Erzähltheater • Erzählschienen • Erzählsteinen • Erzählkokons • Kniebüchern • Erzählsäckchen • Theaterkoffer… Wir leihen den Familien über die Wochenenden Bücher aus der Vielfalt unserer hauseigenen Bibliothek aus. Ergänzt wird das Medienangebot durch Medienstifte, Hörspiele und Tablets. Bei der additiven Sprachförderung in unserem Haus bieten wir die Bereiche „Sprache und Bewegung“ und „Sprache und Spiel“ an. Diese Angebote führen unsere geschulten Fachkräfte durch. Mit dem Marburger Sprach-Screening können wir bei 4jährigen Kindern Aussagen über die Kompetenzen in den folgenden Bereichen treffen: • Kommunikation und Sprachfähigkeit • Artikulationsentwicklung • Wortschatzentwicklung und Begriffsbildung • •Satzentwicklung (aus: Marburger Sprach-Screening für 4 – 6-jährige Kinder, Holler-Zittlau, Dux, Berger) Das MSS wird in unserer Einrichtung von dafür qualifizierten Fachkräften durchgeführt. Bei der Umsetzung und Weiterentwicklung unseres Sprachförderkonzeptes knüpfen wir an den sprachlichen Kompetenzen der einzelnen Kinder an. 9. Genussvolles Essen Wir bieten vielfältige gesunde, vollwertige und frisch zubereitete und kindgerechte Mahlzeiten. Den Kindern ermöglicht dies, ganz unterschiedliche Geschmacksrichtungen kennen zu lernen und damit Erfahrungen zu sammeln. Essen in der Kita, soll für das Kind ein genussvolles Ereignis sein. Deshalb fördern wir, dass die Kinder selbstbestimmt essen: Das Kind entscheidet selbst was und wie viel es von dem
angebotenen Essen zu sich nimmt. Dabei stehen die Bedürfnisse des Kindes im Vordergrund. Die ErzieherInnen schenken den Kindern das Vertrauen, selbst wahrzunehmen, was sie benötigen. Sie unterstützen die Kinder beim freudvollen und explorativen Kennenlernen neuer Geschmäcker und helfen ihnen, wo sie noch Hilfe benötigen. Die Kinder dürfen sich selbst die Essensportionen auf den Teller auftun und lernen sich Getränke einzuschenken. Wir begleiten die Kinder aufmerksam beim Essen und Unterstützen sie beim Lernen einer gepflegten Tischkultur und dem adäquaten Umgang mit Geschirr und Besteck. Dadurch wird die Motorik der Augen-Hand-Mund-Koordination gestärkt. Mit der selbstbestimmten Essensportion und Auswahl unterstützen wir das Kind dabei Selbst-Vertrauen und ein eigenes Gefühl für die richtige Menge und die physiologischen Bedürfnisse zu entwickeln. Mit den regelmäßigen begleiteten Essensangeboten bieten wir den Kindern die Verlässlichkeit und Kontinuität, das für ihre physiologischen Bedürfnisse gesorgt wird. Die sprachliche Begleitung beim Essen und das gemeinsame Thematisieren der Lebensmittel fördert den Wortschatz und die Kommunikation der Kinder in diesem Bereich. Die Beziehung zu den ErzieherInnen, die sie bei den Mahlzeiten begleiten, gibt den Kindern Vertrauen. Das Thema Essen sehen wir als wichtigen Lernbereich, bei welchem mehr passiert, als auf den Tellern zu sehen ist und durch die Beziehungsarbeit neben dem physiologischen Hunger auch der emotionale Hunger Beachtung findet. Ein Lernbereich in welchem auch Gemeinschaftliches wohlwollendes Beisammensein mit den dazugehörigen Regeln und Normen gelernt wird. Auch im Kita-Alltag beschäftigen wir uns unabhängig von den Mahlzeiten zu verschiedenen Gelegenheiten mit den Kindern mit dem Thema Essen und Gesundheit. So wird im Rahmen des jährlichen Erntedankfestes die Entstehung des Essens thematisiert. Erzähltheater und Büchern zu dem Thema stärken das Lernen und Verstehen, woher unsere Nahrung stammt. Die Mahlzeiten und Getränke Zu jeder Zeit ist in den Gruppen stilles und kohlensäurehaltiges verfügbar, so dass die Kinder immer die Möglichkeit haben zu trinken. Die Mahlzeiten teilen sich auf in: • ein zuckerfreies Frühstück, welches die Eltern ihrem Kind mitgeben. Dazu bieten wir Biomilch, Wasser und Tee sowie frisches Obst/Gemüse an. • Mittags eine warme Mahlzeit, sowie an mehreren Tagen eine Rohkost/Salatbeilage, sowie Wasser. Wenn einem Kind von dem
angebotenen Essen einmal nichts schmeckt, hat es die alternative Möglichkeit, eine Scheibe Vollkornbrot zu essen. • Einen Nachmittagsimbiss mit einer kleinen pikanten oder süßen Zwischenmahlzeit und Wasser. Jede Gruppe hat die Möglichkeit, jede dritte Woche, ein Wunschessen von unserer Köchin zu bestellen. Bebilderte Karten helfen den Kindern sich für die Speisen zu entscheiden. Wenn die Speisen nicht bei den bebilderten Karten dabei sind, dann fertigt die Köchin die fehlenden Bilder an. Damit die Familien informiert sind, welches Essen angeboten wird, erhalten sie den Essensplan wöchentlich per Stay-Informed-App. Im Flur der Kindertagesstätte hängt der Essensplan der ganzen Woche und die Bebilderung der Speisen für den jeweiligen Tag offen zur Ansicht aus. Auf Allergien oder religiöse Vorschriften beim Essen nehmen wir nach Möglichkeit Rücksicht und besprechen dies mit den Eltern beim Aufnahmegespräch. Auch vegetarisches Essen ist auf Anfrage möglich. 10.Übergänge 10.1. Übergang von der Familie, Krippe, Tagespflege in die Kita Übergänge finden sowohl aus den Familien, Kinderkrippen, als auch aus Tagespflegestellen statt. Eine Besonderheit unserer Einrichtung besteht darin, dass die Kinderkrippe der IKJG zusammen im Gebäude mit der evangelischen Kindertagesstätte untergebracht ist. Dies ermöglicht für diese Krippenkinder einen besonders harmonischen Übergang in die Kita. Im Vorfeld der Aufnahme der Krippenkinder finden regelmäßig gegenseitige Besuche statt. Des Weiteren werden Entwicklungs- und Aufnahmegespräche geführt, sowohl Eltern-Krippe als auch Eltern-Kita, bzw. Familien-Kita. Die Eingewöhnung der Kinder in die Kita wird individuell gehandhabt, angelehnt an das „Berliner Eingewöhnungsmodell“. Der Verlauf der Eingewöhnung wird mit den Erziehungspartnern reflektiert und in der Kinderakte dokumentiert.
10.2. Übergang von der Kita in die Schule Der Übergang von der Kita in die Grundschule erfordert die gemeinsame Begleitung durch alle am Prozess Beteiligten (Kind, Eltern, Kita, Grundschule). Dabei steht im Vordergrund, dass das Kind seine Entwicklungsaufgaben aktiv und kompetent bewältigt. Von der Geburt an befindet sich das Kind in einem fortwährenden Lernprozess, in dem es wichtige Basiskompetenzen erwirbt. An das knüpfen wir während der Kita Zeit eines Kindes an und gestalten in ko-konstruktiven Prozessen seinen weiteren Bildungsverlauf. Die regelmäßig stattfindende Vorschularbeit ermöglicht dem Kind, in seine neue Rolle hineinzuwachsen und sich damit zu identifizieren. Die Vorschularbeit in unserer Einrichtung gliedert sich in drei Module, die sich an den Bildungsbereichen des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplanes orientieren: - Sprache und Literacy (Graphomotorik) - Mathematik (Zahlenland) - Naturwissenschaften (lernen, forschen und entdecken) Weitere Module: - Orientierungswoche (Kennenlerntag, Erste Hilfe Einheit, Besuch des Verkehrspolizisten, Besuch bei der Feuerwehr) - Floßwoche - Hundeführerschein mit Floki - Handwerksarbeiten - Waldwoche mit einem Besuch im Botanischen Garten (Schmetterlingshaus) usw. Verschiedene Module werden von den Fachkräften für die Vorschulgruppe ausgearbeitet, angepasst an BEP und Bedarfe der Kinder. Als Abschluss findet eine Übernachtung der Vorschulkinder in der Kita, dabei werden die Vorschulkinder offiziell aus der Kita rausgeschmissen. Dazu gehört gemeinsames Frühstück mit Frau Kirchhof-Müller und den Eltern dazu.
10.3. Kooperationskalender zur Gestaltung des Übergangs Kita-Schule Während des letzten Kindergartenjahres Zeitraum Aktivität Ort (verantwortlich) Beteiligter Personenkreis März Anmeldung der Schulanfänger/ Spracherhebung Schule Schulleitung/ Sekretärin, Eltern, Vorschulkinder April/Mai Sprachuntersuchungen Kita Lehrer/innen, Vorschulkinder September Beginn der Vorschularbeit Kita Fachkräfte der Kita, Vorschulkinder September Beginn der Vorlaufkurse Kita Lehrer/innen, Vorschulkinder September / Oktober Elternnachmittag Kita Fachkräfte der Kita, Eltern der Vorschulkinder, Herr Grün (Schulleiter der SvB) Oktober Schulanfängeruntersuchung, 1 Termin Schule Lehrer/innen, Vorschulkinder, Eltern November Beratungsgespräche in den Kitas Kita mit Schule in der Kita Fachkräfte der Kita, Lehrer/innen November Untersuchungen der Integrationskinder Gesundheitsam t Gesundheitsamt, Vorschulkinder, Eltern Januar/ Mai Amtsärztliche Untersuchung Gesundheitsam t Ärzte, Vorschulkinder, Eltern Februar Schulanfängeruntersuchung, 2 Termin Schule Lehrer/innen, Vorschulkinder März/ April Paten schreiben den Schulanfängern Schule Lehrer/innen der 3. Klassen, Drittklässler
Mai/Juni Schulanfänger besuchen Paten in der Schule Schule Fachkräfte der Kita, Vorschulkinder, Lehrer/innen, Drittklässler Juni/Juli Elterninformationsaben d in der Schule mit der Klassenleitung Schule Schulleitung, neue Klassenlehrer/innen, Eltern, Erzieher/innen der Grundschulbetreuun g, Förderverein August/ September Einschulungsfeier Schule Schule
11. Dokumentation Das gezielte Beobachten und Dokumentieren von Bildungs- und Entwicklungsprozessen der Kinder bildet eine wesentliche Grundlage, für die pädagogische Arbeit in unserer Kindertageseinrichtung. 11.1. Eingewöhnung Dokumentation des Eingewöhnungsprozesses anhand der pädagogischen Kinderakte. 11.2. Portfolio Gemeinsam mit jedem Kind legen wir ein Portfolio an, das den individuellen Entwicklungsverlauf dokumentiert. Das Portfolio kann Bildungs- und Lerngeschichten, Aufzeichnungen von Gesprächen mit dem Kind, persönliche Werke und Äußerungen des Kindes, Fotos und standardisierte Arbeits- und Beobachtungsbögen enthalten. 11.3. Entwicklungsgespräche In den regelmäßigen Entwicklungsgesprächen findet ein Austausch zwischen den Eltern und den Fachkräften der Einrichtung über den Entwicklungsstand des Kindes statt. Dabei werden Ziele und Vereinbarungen über weitere Entwicklungsbegleitung getroffen. 11.4. Sprachscreenings Ein wesentlicher Bestandteil unseres Konzeptes zur Sprachförderung ist die Durchführung des Marburger Sprachscreenings. 11.5. Förderpläne Zur Durchführung einer Integrationsmaßnahme werden Förderpläne erstellt.
Polizei 12.Kooperationspartner Ärzte und Therapeuten Ämter: Jugendamt Gesundheitsa mt Familienhilfen Fachschulen für Ausbildung von Erzieher*innen Grundschulen: Insb. Sophie – von – Brabant – Schule Förderschulen Fördersch Initiative für Kinder- /Jugend und Gemeinwesenarbeit (IKJG) Beratungsstellen in Marburg: Frühförderstellen Erziehungsberatungsstelle Fachdienst Integration Fachberatung Marburger Sprachförderkonzept Kinderschutzbund Wildwasser e.V. Zusammenarbeit mit anderen Kindertagestätten Wolff´sche Stiftung (Seniorenheim) Matthäusgemeinde BSJ
13.Zusammenarbeit mit Familien Eine gelingende Zusammenarbeit mit Familien ist ein wesentlicher Grundstein für eine gute Entwicklung eines jeden Kindes. Aus dem Grund verfolgen wir das Ziel, zu jeder Familie eine vertrauensvolle Basis aufzubauen. Dieses begründet sich auf einem interessierten, respektvollen und beiderseitig wertschätzenden Umgang. Eine gute Beziehung zu jeder Familie unserer Kinder, das Wissen um ihre individuellen Lebensumstände und das immer bessere gegenseitige Kennenlernen, hilft uns die Kinder bestmöglich in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Rückmeldungen, Ideen und der Austausch mit den Sorgeberechtigten sind uns sehr wichtig. Wir wünschen uns, dass sich Familien mit ihren Anliegen und Fragen an uns wenden. Wir nehmen Beratungsbedarf ernst, weshalb wir uns dafür gerne Zeit nehmen. Familien bekommen bei uns Antworten zu erzieherischen und lebenspraktischen Fragen. Bei erweitertem Beratungsbedarf sprechen wir Empfehlungen über unser gut aufgebautes Netz von verschiedenen Ämtern, Beratungsstellen, Ärzten, Jugendamt oder therapeutischen Praxen aus. Uns geht es stehts darum, auch für schwierige Situationen gemeinsam mit den Sorgeberechtigten Lösungen zu finden, mit denen möglichst alle einverstanden sind. Das Wohl des Kindes steht hierbei an oberster Stelle. Wir wünschen uns und ermöglichen eine aktive Mitarbeit von Familien. So bieten wir z.B. die Gelegenheit, sich je nach individuellen Kompetenzen in die Kita einzubringen. Dies geschieht über Vorlesen in den Gruppen, das Vorstellen des Berufes/ der Tätigkeit eines Familienmitglieds, gemeinsames Kochen, Hilfe bei Festen, Begleitung von Ausflügen, Mitarbeit im Elternbeirat u.v.m. Sorgeberechtigte werden partizipativ in Entscheidungsprozesse eingebunden und bekommen stets einen Einblick in den Kita-Alltag. Dabei sind sie herzlich willkommen, zu hospitieren. Zu unserer Arbeit zählt auch z.B. Fotos, Berichte und Briefe für die Familien zu erstellen, um unsere Arbeit und den Kita-Alltag transparent zu gestalten. Damit alle Sorgeberechtigten alle Informationen erhalten können, bemühen wir uns, diese über verschiedene Wege an die Eltern zu transportieren: persönliche Ansprache, schriftliche Mitteilungen in einfacher Sprache, Nutzen von Bildmaterialien, Dolmetschern und der Kita-Info-App. Des Weiteren gestaltet sich unsere Elternarbeit wie folgt: • Die Erstgespräche/ Aufnahmegespräche finden mit der Leitung statt, in welchen der Vertragsabschluss oder die Anmeldung stattfindet und besprochen werden. Im Anschluss findet das Erstgespräch mit dem*der zuständigen Bezugsbetreuer*in statt. Wenn die Eingewöhnung abgeschlossen ist, wird ein Reflektionsgespräch angeboten. In diesem können alle offenen Themen oder Fragen geklärt werden. Zudem können die Sorgeberechtigten eine Rückmeldung darüber erhalten, ob sich das Kind gut eingelebt hat, oder ob es in gewissen Bereichen noch Schwierigkeiten gibt.
• Die Elternarbeit beginnt mit unserem Kooperationspartner IKJG schon früher. Durch die Übernahme der Krippenkinder in die Kita, haben Eltern und Kinder schon früh die Möglichkeit die Kita kennenzulernen. Zudem finden regelmäßige Besuche durch die alten und neuen Bezugserzieher*innen statt, an denen auch die Eltern teilnehmen können. So kann sich die neue Eingewöhnungszeit in die Kita verkürzen. • Des Weiteren bieten wir mindestens einmal pro Jahr ein Entwicklungsgespräch an. • Für allgemeine Themen, Anliegen, Fragen, Kritik oder Wünsche wurde ein Elternbriefkasten installiert. Der Briefkasten wird jeden Montag geleert und alle zwei Wochen in der Groß-Team-Sitzung besprochen. Des Weiteren können kurze Anliegen täglich geklärt werden (Tür- und Angelgespräche). • Zu unserer Elternarbeit zählen auch regelmäßige Elternabende und die Wahl für den Elternbeirat. Außerdem werden die Eltern miteinbezogen, wenn Ausflüge geplant werden und haben die Möglichkeit diese zu begleiten, oder bei der Organisation zu helfen. Zu den Organisationsarbeiten gehört auch die Miteinbeziehung bei Festen. Die Eltern haben hierbei die Möglichkeit sich an den Speisen, der Organisation und der Durchführung zu beteiligen und allen Personen ihre Kultur näher zu bringen. • Informationen werden auf verschiedenen Wegen dargelegt: Elternbriefe, Aushänge, Kita-Info-App. Um einen Zugang für alle Eltern schaffen zu können, werden Informationen durch Bebilderungen und einfache Sprache ausgestellt. • Des Weiteren bieten wir bei Elterngespräche eine ruhige Atmosphäre in den jeweiligen Besprechungsräumen. • Außerdem haben die Eltern die Möglichkeit sich bei allen Anliegen Unterstützung bei den Fachkräften einzuholen, so z.B. bei der Beantragung von Integrationsanträgen. Hier besteht die Möglichkeit enger Zusammenarbeit und Unterstützung bei der Ausstellung der Anträge. • Zum Schluss findet ein Abschluss Gespräch statt, wenn der Übergang zu Schule ansteht. Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist unser Kooperationsnetz, welches aus verschiedenen Anlaufstellen zusammengestellt ist, um die bestmögliche Förderung der Kinder bieten zu können. Diese sind: • Beratungsstellen in Marburg. Dazu gehören: Frühförderstellen, Erziehungsberatungsstellen, Fachdienst Integration, Fachberatung Marburger Sprachförderkonzept, Kinderschutzbund Wildwasser e.V. • Initiative für Kinder-/Jugend- und Gemeinwesenarbeit (IKJG) • Familienhilfen • Zusammenarbeit mit anderen Kindertagesstätten
• Wolff´sche Stiftung (Seniorenheim) • Matthäusgemeinde (Frau Kirchhoff-Müller) • BSJ • Polizei • Fachschulen für Ausbildungen von Erzieher*innen • Grundschulen: Insbesondere Sophie-von-Brabant-Schule, Förderschulen • Ämter: Jugendamt, Gesundheitsamt • Ärzte und Therapeuten • Dolmetschern • Kooperation mit der IKJG 14. Beschwerdemanagement Beschwerden können in unserer Kindertagesstätte von Eltern, Mitarbeitern und Kindern in Form von Wünschen, Verbesserungsvorschlägen, Anregungen, Kritik oder Anfragen ausgedrückt werden. Die Aufgabe der Fachkraft ist es jede Beschwerde ernst zu nehmen, ihr nachzugehen und gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten, die alle Beteiligten tragen können. Für ein Beschwerdemanagement erfordert es partizipatorische Rahmenbedingungen und eine Grundhaltung der Fachkraft, die Beschwerden als Entwicklungschance wahr zu nehmen. Es fördert die Kinder in ihrer Entwicklung, wenn sie erleben, dass ihre Wünsche, Beschwerden oder Anfragen wahr und ernstgenommen werden. Diese Erfahrung hilft den Kindern ihr Selbstbewusstsein zu stärken, soziale Kompetenzen werden gefördert und sie bekommen ein Bewusstsein dafür, dass sie ihre Anliegen, Bedürfnisse und Beschwerden äußern können, wahrgenommen werden und wichtig sind. Laut § 45 SGB VIII haben Kinder das Recht sich uneingeschränkt in allen persönlichen Angelegenheiten zu beschweren. Uns ist wichtig, dass wir die Kinder anregen ihre Beschwerden, Wünsche, Kritik etc. zu benennen. • Indem sie im Kitaalltag ihre Unzufriedenheit auch über Weinen, Zurückziehen und Wut ausdrücken können • Durch Schaffung eines sicheren Umfeldes und einer sicheren Bindung, so dass sie angstfrei ihre Beschwerde äußern können, die anschließend mit Respekt und Wertschätzung angenommen und bearbeitet werden.
RkJQdWJsaXNoZXIy MzM4NjI=