Wer ist Elisabeth?

...fragen sich die „Schulis“ der Evangelischen Kindertagesstätte Emil-von-Behring-Straße. Sie treffen sich jeden Dienstag von 8:30-12:00 Uhr. Die Vorschulgruppe setzt sich nach den Sommerferien automatisch aus den „neuen“ Vorschulkindern zusammen. Kann-Kinder werden nach Absprache mit den Eltern dazu genommen.

Ja und heute bin ich in die Vorschulgruppe eingeladen, die Kinder wollen mir von „Elisabeth“ berichten:

Leni: “Die Elisabeth kommt aus Ungarn“

Haylie: „Die Eltern waren König und Königin und Elisabeth war Prinzessin.“

Quintus: „Einmal ging Elisabeth zu einer Wache, einem Ritter. Der sagte, ich schaue ob Böse kommen, da lief Elisabeth in den Saal.“

Denny: "Im Schloss gab es Schriftrollen, die die Eltern gelesen haben. Der König hat die Schriftrollen vom Landgraf von Thüringen bekommen.“

Lea: "Da stand drin, dass Elisabeth nach Thüringen kommen soll und den Sohn vom Landgraf heiraten soll, wenn sie groß ist.“

Nele: „Das fand Elisabeth nicht toll, sie wollte nicht heiraten und hatte Angst. In dem Land sprechen sie eine andere Sprache.“

Col.: „Dann kamen Ritter und haben Elisabeth abgeholt und auch ganz viel Gepäck mitgenommen.“

Haylie: „Vor der Abreise ist Elisabeth aber noch schnell zu Jesus in die Kapelle gelaufen und hat gebetet, dass Jesus auf sie aufpassen soll.“

Eva: „Nach einer langen Reise ist sie auf der Wartburg angekommen. Dort haben sie der Ludwig und der Landgraf begrüßt.“

Charlotte: „Auf der Wartburg musste Elisabeth nähen und stricken lernen, aber Elisabeth wollte lieber spielen. Die Mutter von Ludwig sagte aber sie muss, damit sie eine feine Dame wird.“

Onno: „Ihren Schmuck legte Elisabeth einfach zu Jesus in die Kapelle, den wollte sie nicht mehr.“

Jonas: „Als Elisabeth und Ludwig Hochzeit hatten, kam ein großer Wagen mit Brot für die Hochzeitsgäste und der ist dann umgekippt. Es kamen viele arme Menschen, die wollten das Brot haben, aber die Wachen scheuchten die Menschen weg und gaben das Brot den Schweinen.“

Tjark: „Als Elisabeth das gesehen hatte ist sie heimlich in die Speisekammer geschlichen und hat Brot geholt und an die Armen verteilt.“

Haylie: „Damit waren auf der Wartburg nicht alle einverstanden, nur Ludwig fand es gut. Die Mutter sagte, das darfst du nicht, sonst kriegen wir nicht genug.“

Tjark: "Dann haben die einen Kreuzzug gemacht, ein Sultan wollte nicht, dass die Christen zum Grab von Jesus gehen. Aber der Kaiser war mächtiger, hatte mehr Ritter und schickte sie nach Jerusalem. Auf dem Kreuzzug ist Ludwig an hohem Fieber gestorben.“

Charlotte: „Da ist ein Ritter mit einer schwarzen Fahne zu Elisabeth gekommen und hat ihr gesagt, dass Ludwig gestorben ist.“

Lea: „Der Bruder von Ludwig hieß Heinrich und die Mutter haben Elisabeth von der Wartburg gejagt. Unterwegs hat keiner Elisabeth ins Haus gelassen, die Menschen hatten Angst, dass Heinrich sie bestraft. Ein Bauer hat die Tür aufgemacht und hat sie in den Stall gelassen, damit sie es schön warm hat.“

Haylie: „Im Stall fiel ihr ein, dass Maria und Josef auch im Stall übernachten mussten.“

Col.: „Elisabeth hat ein Stück Land in Marburg geschenkt bekommen, weil Heinrich nicht wollte, dass sie zurückkommt.“

Jonas: „In Marburg hat sie ein großes Haus gebaut, ein Krankenhaus für Arme und Kranke.“

Ich bedanke mich bei den Kindern für die gute Erklärung und erfahre, dass sie auch noch die Elisabethkirche besuchen werden. Vielleicht gehe ich dann mit.

Text: Angelika Nickel und die „Schulis“

Foto: Angelika Nickel

© Gesamtverband der Evangelischen Kirchengemeinden in Marburg, 2020