Fußball, Kniffeln, Umweltschutz

Was interessiert die großen Kinder im Hort? Was spielen sie? Wie gehen sie miteinander um und wie ist die soziale Gruppenstruktur? Viele Fragen, die vielleicht den einen oder anderen interessieren, denn es ist etwas ganz anderes als im Kindergarten.

Die Kinder der grünen Gruppe im Hort sind im 4. und 5. Schuljahr, d.h. zwischen neun und zwölf Jahre alt. Sie entwickeln sich langsam vom Kind zum Teenager und leben ihre Vorpubertät in ganzer Bandbreite aus. Das kann zum Teil recht lustig sein, anderseits verlangt es jede Menge Feingefühl und Empathie, um mit den Irrungen und Wirrungen ihrer Gefühle umzugehen und diese ernst zu nehmen. Zum Glück haben wir das auch alle durchlebt und können uns hoffentlich noch daran erinnern. Durch den Spagat zwischen Kind und Jugendlicher sind die Vorlieben und Spiele hauptsächlich durch Selbstbestimmung, Freiwilligkeit und Interessengruppen geprägt. Auch die Themen, die Kinder in diesem Alter beschäftigen, sind vielfältiger und anspruchsvoller als im Kindergarten. Allein die Hausaufgaben in diesen Klassen sind oftmals eine Herausforderung für alle Beteiligten. Die Diskussionen reichen von Filmen, Fernsehserien, Umweltschutz, politische Themen und vor allem über Fußball, bis hin zu Lieblingsspeisen. Für die Erzieherin bedeutet das, sich einigermaßen mit diesen Themen auszukennen oder sich von den Kindern darüber informieren zu lassen. Man lernt nie aus…

Die meisten Kinder der Gruppe sind täglich auf dem Fußballplatz um sich auszutoben, ihr Können zu zeigen oder ihr Spiel zu verbessern. Die Gruppe besteht aus Jungen und Mädchen, alle sind mit Begeisterung dabei und es ist ein großer Gewinn für das allgemeine Sozialverhalten. Da Fußball eine sehr wichtige Rolle in dieser Gruppe spielt, haben wir seit zwei Jahren wöchentliche Bundesliga-Tippzettel, die die Kinder und auch wir ausfüllen und Punkte sammeln können. Der Gewinner erhält am Ende einen kleinen Preis. Doch dabei hilft nicht nur Wissen, sondern auch eine Portion Glück.

Bei extrem schlechtem Wetter (unsere Kinder gehen eigentlich bei Wind und Wetter raus) kommen die guten, alten Brettspiele, Würfelspiele, Kartenspiele und Interaktionsspiele wieder zu Ehren. Da wir bei Spielen im Raum alle noch Masken tragen müssen, trügt das ein wenig die Stimmung, aber Spaß haben wir allemal. Spiele, die seit Generationen bekannt und beliebt sind, kommen auch heute noch bei den Kindern an. Z.B. Kniffel, Lügenmäxchen, Schwimmen (oder 31), Stadt – Land – Fluss, „Personenraten“, sowie verschiedene neue Spiele wie: das Würfelspiel „Zehntausend“, die Interaktionsspiele „Werwolf“, Dixit oder Pen & Paper. So vielfältig ist die Arbeit mit den großen Kindern und jedes Mal eine spannende Zeit, wenn aus kleinen Kindern langsam Teenager werden. Es ist schön, sie auf diesem Weg begleiten zu dürfen.

 

Text: Ines Vigelahn            Foto: Chris Srock

 

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