Konzeption - Evangelisches Familienzentrum Hansenhaus

- 34 - Sprache Kommunikative Kompetenzen sind grundlegende Voraussetzungen für die emotionale und kognitive Entwicklung von Kindern und wesentlicher Bestandteil aller anderen Bildungsbereiche. Alltagsintegrierte sprachliche Bildung ist eingebettet in die Gesamtentwicklung des Kindes und orientiert sich an ihren individuellen Fähigkeiten. Kinder erwerben die sprachlichen Kompetenzen am erfolgreichsten im positiven Kontakt zu den Personen, die ihnen wichtig sind, bei Themen, die sie interessieren und Beschäftigungen, die ihnen Freude bereiten. Es ist uns wichtig, im Alltag mit den Kindern eine kommunikationsfreudige Atmosphäre zu schaffen und den Kindern Lust an der Sprache zu vermitteln. Dies geschieht unter anderem in Form von Reimen, Gebeten, Wortspielen, Fingerspielen, Liedern, Klatschversen, Erzählzeiten und Bilderbuchbetrachtungen. Wir nutzen alltägliche Situationen wie die Mahlzeiten, das Anziehen, das gemeinsame Spiel oder die Körperpflege, um mit den Kindern verbal und nonverbal zu kommunizieren. Hierbei sind wir den Kindern zugewandt und begleiten ihre und unsere eigenen Handlungen mit Worten. Wir bestärken Kinder in ihren Wortbeiträgen, ermutigen schüchterne Kinder, sich einzubringen und helfen Kindern dabei, abzuwarten und zuzuhören. Gemeinsam mit den Kindern erarbeiten wir in den Gruppen Regeln für die Kommunikation, die hilfreich sind, damit sich alle sprachlich und mit Mimik und Gestik einbringen können, gehört und gesehen werden. Wir fördern den Dialog mit den Kindern und schätzen ihre Diskussionsfreudigkeit. So werden Bilderbücher nicht nur vorgelesen oder angeschaut: Sie sind ein Anlass, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen. Oft fallen ihnen zu der Geschichte eigene Erlebnisse ein; die Bilder wollen genau betrachtet und Einzelheiten entdeckt und beschrieben werden. Viele Kinder in unserer Einrichtung wachsen mehrsprachig auf. Die Wertschätzung der Familiensprache des Kindes und seines kulturellen Kontextes ist für uns selbstverständlich. Sie geschieht unter anderem durch die aktive Einbeziehung von Eltern, die Beschäftigung von zweisprachigen Fachkräften sowie original- oder mehrsprachige Materialien, z.B. in Form von Liedern. Wir unterstützen die Neugier der Kinder auf andere Sprachen und lernen gemeinsam mit ihnen, wie etwa "Guten Tag" auf Arabisch, Chinesisch oder Deutsch heißt. Für die Sprachentwicklung von mehrsprachig aufwachsenden Kindern ist es von Vorteil, wenn eine klare Sprachtrennung nach Personen erfolgt: der Vater spricht italienisch, die Mutter spanisch und in der Kita wird deutsch gesprochen. Diese Trennung erleichtert Kindern mit Migrationshintergrund das Erlernen der deutschen Sprache. In diesem Zusammenhang ist auch die nonverbale Kommunikation von großer Bedeutung. Gesprochenes mit Gestik und Mimik zu begleiten gehört zum Erziehungsalltag dazu. Darüber hinaus bieten auch viele Spiele und Lieder die Möglichkeit, ohne Worte miteinander in Kontakt zu kommen oder Begriffe mit Bildern zu verknüpfen. Gerade die Kinder zeigen uns immer wieder, wie sie sich auch ohne Worte verständigen, verstehen und miteinander in Kontakt kommen.

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