Konzeption - Evangelisches Familienzentrum Hansenhaus

KONZEPTION GEMEINSAM AUF EINEM WEG EVANGELISCHES FAMILIENZENTRUM HANSENHAUS

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- 3 - Vorwort Mit dieser Konzeption richten wir uns an alle, die sich für die Arbeit in unserem Familienzentrum interessieren. Besonders ansprechen möchten wir die Eltern, die uns ihr Kind anvertrauen. Wir laden Sie ein, Einblick in unsere pädagogische Arbeit zu nehmen und sich mit ihr auseinanderzusetzen. Die Konzeption gibt Rahmen und Grundlagen vor, innerhalb derer wir an der Erziehung und Bildung Ihrer Kinder mitwirken. Konzeptionelle Grundlagen pädagogischer Arbeit bedürfen der ständigen Überprüfung und Weiterentwicklung. Insofern ist unsere Konzeption auch eine Einladung zur Mitarbeit und Mitgestaltung. Verschiedene internationale Studien haben die Relevanz von Bildungskonzepten für den Elementarbereich herausgestellt, um Kinder in einer sozial immer komplexer werdenden Welt zu stärken. Vor diesem Hintergrund wurde vom Land Hessen ein Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0-10 Jahren entwickelt, auf dessen Grundlage wir unsere Arbeit gestalten und reflektieren. Über die dreijährige Teilnahme am Bundesprogramm „Sprach-Kita: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ haben wir uns als Sprach-Kita mit den Schwerpunkten alltagsintegrierte sprachliche Bildung, inklusive Pädagogik und Zusammenarbeit mit Familien qualifiziert. Im Namen aller Mitarbeiterinnen (Anja Diekmann, Leiterin)

- 4 - INHALT LEITBILD RAHMENBEDINGUNGEN .............................................................. 10 Träger ............................................................................................................................... 10 Auftrag.............................................................................................................................. 10 Die Geschichte der Einrichtung ........................................................................................ 11 Art des Angebotes ............................................................................................................ 12 Integration........................................................................................................................ 13 Lage .................................................................................................................................. 13 Spiel- und Erfahrungsräume............................................................................................. 13 ZIELE UND SELBSTVERSTÄNDNIS................................................... 15 Familienzentrum......................................................................................................... 15 Ziele .................................................................................................................................. 15 Arbeitsmodell ................................................................................................................... 15 Kita und Krippe ........................................................................................................... 16 Bild vom Kind.................................................................................................................... 16 Stärkung der Basiskompetenzen...................................................................................... 18 UMSETZUNG DER ZIELE ................................................................ 22 Familienzentrum......................................................................................................... 22 Bedarfsgerechte Kinderbetreuung................................................................................... 22 Beratung und Therapie..................................................................................................... 22 Bildung.............................................................................................................................. 22 Begegnung........................................................................................................................ 23 Kita und Krippe ........................................................................................................... 24 Feste Gruppen und offene Räume ................................................................................... 24 Spiel .................................................................................................................................. 25 Angebote .......................................................................................................................... 26 Marte Meo - Zeit und Raum für die Entwicklung "aus eigener Kraft" ............................. 28 Partizipation ..................................................................................................................... 30 Beobachtung und Dokumentation................................................................................... 31

- 5 - BILDUNGSBEREICHE ..................................................................... 32 Religionspädagogik........................................................................................................... 32 Faustlos (Gewaltprävention) ............................................................................................ 33 Sprache............................................................................................................................. 34 Bewegung......................................................................................................................... 36 Kunst und Musik............................................................................................................... 37 Naturwissenschaften........................................................................................................ 38 PÄDAGOGISCHER ALLTAG............................................................. 39 Tagesgestaltung................................................................................................................ 39 Beziehungsvolle Pflege..................................................................................................... 39 Mahlzeiten........................................................................................................................ 40 Feste und Feiern............................................................................................................... 41 Übergänge: Elternhaus - Krippe - Kita - Schule ................................................................ 42 ZUSAMMENARBEIT ...................................................................... 45 Eltern ................................................................................................................................ 45 Team................................................................................................................................. 47 Institutionen und externe Fachkräfte .............................................................................. 47 MASSNAHMEN DER QUALITÄTSENTWICKLUNG ............................ 49 Beschwerdemanagement ................................................................................................ 49 QM-Handbuch .................................................................................................................. 49

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- 7 - LEITBILD des Evangelischen Familienzentrums Hansenhaus Das Wort "Leitbild" ist für uns mehr als nur ein Wort. Mit jedem Anfangsbuchstaben verbinden wir bestimmte Werte, Aufgaben und Ziele: L ebendige Gemeinschaft E ntfaltung der Persönlichkeit I ndividualität T raditionen und Werte B ildung I nnovationen L ebensperspektive D okumentation

- 8 - Lebendige Gemeinschaft Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile Wir verstehen unser Familienzentrum als einen Ort, an dem sich alle Generationen als Teil einer lebendigen Gemeinschaft sehen und erfahren können. Hier haben Lachen und Weinen, Streit und Versöhnung, Erfolg und Misserfolg ihren Platz. Die gemeinsame Verantwortung für die Erziehung der Kinder verbindet uns auf besondere Weise mit den Eltern. Es ist uns wichtig, auf unserem gemeinsamen Weg konstruktiv und partnerschaftlich zusammen zu arbeiten, voneinander zu lernen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Die Zusammenarbeit mit der Pauluskirchengemeinde und der Stadtteilgemeinde Hansenhaus sowie den fachlichen Austausch mit anderen Institutionen und Fachkräften sehen wir als wertvolle Ergänzung und Unterstützung unserer Arbeit. Entfaltung der Persönlichkeit Ich bin ich und du bist du Wir nehmen uns Zeit und Raum für die Entwicklung eines offenen und vertrauensvollen Umgangs miteinander und gestalten eine Atmosphäre, die Geborgenheit, Sicherheit, Anerkennung und Orientierung vermittelt. Dies ist für uns die Basis, auf der Menschen ihre Persönlichkeit entfalten können. Hierzu bieten wir allen Generationen vielfältige Erfahrungsräume, in denen sie ihre Möglichkeiten und Grenzen kennen lernen. Bei Kindern legen wir unsere Schwerpunkte auf die Stärkung des Selbstwertgefühls, die Förderung des Sozialverhaltens, die Erziehung zur Selbstständigkeit und das Lernen mit allen Sinnen. Individualität Es ist normal, verschieden zu sein Wir achten und respektieren jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit. Bei der Gestaltung von Bildungsprozessen und gezielter Förderung berücksichtigen wir individuelle Voraussetzungen und Lebenslagen. Traditionen und Werte Liebe deinen Nächsten wie dich selbst Die lebensnahe und authentische Vermittlung von christlichen Traditionen und Werten ist integrierter Bestandteil unserer täglichen pädagogischen Arbeit. Die Orientierung am christlichen Menschenbild heißt für uns vor allem • jedem Menschen mit einer wertschätzenden Haltung zu begegnen • vertrauensvolle und verlässliche Beziehungen aufzubauen • die Gemeinschaft zu fördern • und den Lebensmut zu stärken

- 9 - Bildung Hilf mir, es selbst zu tun Wir verstehen Bildung als einen Prozess, den Kinder und Erwachsene gemeinsam gestalten und in dem alle Beteiligten voneinander lernen und miteinander wachsen. Kinder respektieren wir als eigenständige und kompetente Persönlichkeiten, die sich ihre Welt mit allen Sinnen, im Spiel und durch ihr eigenes Wahrnehmen, Forschen und Denken erschließen. Hierbei erhalten sie unsere Unterstützung und Begleitung. Mit ihren Fragen und Ideen fordern uns die Kinder immer wieder neu heraus, ein Umfeld zu gestalten, das • ihre Neugier weckt, • die eigene Bildungstätigkeit anregt, unterstützt und fördert • und damit die Freude am Lernen und Experimentieren stärkt. Innovationen Der Weg ist das Ziel Wir stellen uns den Herausforderungen gesellschaftlicher Veränderungen, indem wir unsere Arbeit in einem fortlaufenden Dialog mit Erwachsenen, Kindern, Träger und Fachkräften weiterentwickeln. Dabei sind wir offen für neue Ideen und Methoden, ohne uns in Beliebigkeit zu verlieren. Vielmehr diskutieren wir Veränderungsprozesse kritisch und bieten Kindern und Erwachsenen unsere pädagogischen Grundsätze zur Auseinandersetzung an. Die regelmäßige Teilnahme an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen ist für uns unabdingbar, um adäquat und zeitnah auf veränderte Anforderungen reagieren zu können. Lebensperspektive Probleme sind Lösungen Wir stärken und unterstützen Kinder und Erwachsene, damit sie sich den Anforderungen einer immer komplexer werdenden Welt stellen können, die ein hohes Maß an Selbstvertrauen, Kreativität und Flexibilität voraussetzt. Wir tragen dazu bei, indem wir • Kinder und Erwachsene an Entscheidungsprozessen beteiligen • Kinder und Erwachsene ermutigen, Probleme offen anzusprechen und nach eigenen Lösungen zu suchen • die Neugier auf Unbekanntes fördern und Raum für die Entwicklung und Umsetzung eigener Ideen und Fantasien geben • Vertrauenserfahrungen ermöglichen und Kinder und Erwachsene dabei unterstützen, Antworten auf ihre Fragen nach dem Sinn in ihrem Leben zu finden. Dokumentation Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich lese, was ich schreibe Die Dokumentation unserer Arbeit ist die Grundlage, auf der wir Altes reflektieren, Bewährtes festhalten und Neues entwickeln können. Mit verschiedenen Formen der Dokumentation sichern wir die Qualität unserer Arbeit und gewährleisten Transparenz nach innen und außen.

- 10 - RAHMENBEDINGUNGEN Träger Träger der Einrichtung ist der Gesamtverband der Evangelischen Kirchengemeinden in Marburg. Das Gebäude ist Eigentum der Stadt Marburg. Auftrag Im Hinblick auf die Arbeit als Familienzentrum greifen die hierzu entwickelten Förderprogramme sowie die Ausrichtung an den gesetzlichen Grundlagen für die Arbeit der Familienbildungsstätten (SGB VIII § 16). Die Tageseinrichtung für Kinder hat den gesetzlichen Auftrag, die Entwicklung jedes Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu fördern und dabei die Erziehung und Bildung in der Familie zu unterstützen und zu ergänzen. Den Eltern soll durch die Kindertageseinrichtung geholfen werden, Berufstätigkeit und Kindererziehung besser miteinander vereinbaren zu können (§ 22 (2) SGB VIII). Der Förderauftrag des Gesetzgebers umfasst die Erziehung, Bildung und Betreuung und bezieht sich auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Dies schließt die Vermittlung orientierender Werte und Regeln ein (§ 22 (3) SGB VIII). In der Kindertageseinrichtung bildet sich die soziokulturelle Vielfalt der Gesellschaft ab. Alle Kinder sind willkommen. Ihre Förderung, Begleitung und Unterstützung orientiert sich an den individuellen Interessen und Bedürfnissen der Kinder (§ 22 (3) SGB VIII). Die pädagogische Konzeption der Einrichtung spiegelt die Arbeit nach dem Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 - 10 Jahren wider. Zur Erfüllung ihres Auftrags arbeitet die Tageseinrichtung mit den Erziehungsberechtigten eng zusammen. An Entscheidungen in wesentlichen Angelegenheiten der Erziehung, Bildung und Betreuung werden sie beteiligt. Die Einrichtung kooperiert darüber hinaus mit anderen Kinder- und familienbezogenen Institutionen im Gemeinwesen insbesondere mit der Grundschule, der Kirchengemeinde und der Stadtteilgemeinde (§ 22a (2) SGB VIII). Die Tageseinrichtung übernimmt nach § 8a SGB VIII den Kinderschutzauftrag. Bei gewichtigen Anhaltspunkten nimmt sie eine Gefährdungseinschätzung für ein von ihr betreutes Kind vor, in die die Erziehungsberechtigten grundsätzlich und das Kind nach seinen Möglichkeiten einbezogen werden. Kann die Situation nicht geklärt oder durch verabredete Maßnahmen deutlich verbessert werden, informiert die Einrichtung das zuständige Jugendamt. Als Einrichtung der evangelischen Kirche begegnen wir Kindern und Erwachsenen mit einer christlichen Grundhaltung und machen christliche Werte und Traditionen im Alltag erfahrbar.

- 11 - Die Geschichte der Einrichtung 1964 Eröffnung des Evangelischen Kindergartens Gerhart-Hauptmann-Straße mit 72 Vormittagsplätzen für Kinder von drei bis sechs Jahren in drei Gruppen. Die Leiterin hat eine eigene Wohnung im Untergeschoss der Einrichtung. 1992 Die ersten 10 Plätze mit Mittagessen werden eingerichtet. 1994 Aufgrund des Mangels an Ganztagsplätzen werden Umbaumaßnahmen eingeleitet. Die ehemaligen Wohnräume der Leiterin werden zu Räumen für die Kindertages- einrichtung umgestaltet. Hier entstehen ein zusätzlicher Spielraum, neue Kindertoiletten sowie ein Aufenthaltsraum für die Mitarbeiterinnen. Im Erdgeschoss wird die ehemalige Teeküche zu einer Kochküche umgebaut, in der zunächst für 20 Kinder Mittagessen zubereitet wird. Von diesen 20 Kindern haben 10 einen Ganztagsplatz bis 16 Uhr. Die Turnhalle wird durch das Aufstellen von Kinder- betten zu einem Schlafraum umfunktioniert. 1996 Erweiterung der Einrichtung um eine vierte Gruppe und entsprechende Sanitäranlagen. Für diesen Anbau wird ein überdachter Außenspielbereich aufgegeben. Seit diesem Zeitpunkt gibt es 87 Plätze, davon 45 Vormittagsplätze (+ 2 Notplätze), 15 Mittagsplätze und 25 Ganztagsplätze. 2011 Im Februar findet mit Unterstützung des Vorstandes der Hansenhausgemeinde eine Bürgerversammlung mit dem damaligen Oberbürgermeister statt. Ziel ist ein Anbau sowie die Erweiterung der Küche, um dem gestiegenen Bedarf an Ganztags- plätzen gerecht zu werden. Dieser Anbau wird auf der Versammlung vom OB mündlich zugesagt. Da zudem in der Einrichtung ein extrem hoher Renovierungs- bedarf besteht, beschließt die Stadt kurze Zeit später, das Gebäude komplett abzureißen und an gleicher Stelle neu zu errichten. 2012 Im August zieht die Evangelische Kindertagesstätte Gerhart-Hauptmann-Straße aufgrund der Abriss- und Neubauarbeiten in das ehemalige Rathaus von Cappel am August-Bebel-Platz 1. 2013 Im Oktober findet der Einzug in das neue Gebäude am alten Standort in der Gerhart - Hauptmann - Straße 2 statt. Die Einrichtung erhält als Familienzentrum einen neuen Auftrag. Zudem wird das Platzangebot um eine Krippengruppe erweitert. Das Familienzentrum Hansenhaus hat nun 98 Plätze für Kinder ab dem 11. Lebens- monat bis zur Einschulung. Es stehen 70 Ganztagsplätze, 15 Mittagsplätze und 13 Vormittagsplätze zur Verfügung. 2014 Im Juli Einweihung des Familienzentrums Hansenhaus

- 12 - Art des Angebotes Zielgruppe Das Evangelische Familienzentrum Hansenhaus ist grundsätzlich offen für alle Menschen jeder Altersstufe im Stadtteil. Die Angebote der integrierten Kita sowie der Krippe richten sich in erster Linie an Familien aus dem Einzugsgebiet der Kindertageseinrichtung. Einzugsgebiet Das Einzugsgebiet umfasst das Hansenhausviertel bis zum Südbahnhof mit Teilen der "Cappeler Straße" sowie die Gegend um die Straßenzüge "An der Zahlbach" und "Alter Kirchhainer Weg". Öffnungszeiten Montag - Donnerstag: 7.00 - 17.00 Uhr Freitag: 7.00 - 16.00 Uhr Stadtteilangebote finden auch außerhalb dieser Öffnungszeiten und an Wochenenden statt. Schließungszeiten Während eines Kalenderjahres ist die Einrichtung in den Ferien maximal vier Wochen (davon drei Wochen in den Sommerferien) sowie an den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen. Darüber hinaus kann das Familienzentrum an fünf Tagen im Jahr wegen besonderer Veranstaltungen (Fortbildungen, Konzeptionstage, Teamtage, Betriebsausflug etc.) geschlossen werden. Angebot Kita (88 Kinder im Alter von 3 Jahren bis zur Einschulung in vier Gruppen): 13 Vormittagsplätze: 7.00 – 12.00 Uhr 15 Mittagsplätze: 7.00 – 14.00 Uhr 60 Ganztagsplätze: 7.00 – 17.00 Uhr, freitags bis 16.00 Uhr Krippe (10 Kinder im Alter von 11 Monaten bis 3 Jahren): 10 Ganztagsplätze: 7.00 – 17.00 Uhr, freitags bis 16.00 Uhr Stadtteil Gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnern werden vom Familienzentrum Hansenhaus wohnortnahe und bedarfsorientierte Angebote in den Bereichen Bildung, Beratung, Therapie, Erziehung und Betreuung sowie Begegnung für Erwachsene und Kinder im Stadtteil entwickelt und durchgeführt. Aktuelle Angebote finden Sie auf der Website unter www.kitasmarburg.de /Termine & Aktuelles.

- 13 - Integration Jedes Kind hat das Recht, in seiner Entwicklung und seinem Lernen angemessen unterstützt und gefördert zu werden (-> Bild vom Kind). Für Kinder, die nicht nur vorübergehend körperlich, geistig oder seelisch wesentlich behindert sind oder denen eine entsprechende Behinderung droht, gibt es zudem die Möglichkeit, auf Antrag Integrationsplätze mit zusätzlicher Förderung einzurichten. Eine enge Zusammenarbeit mit den betreffenden Eltern sowie entsprechenden therapeutischen und beratenden Institutionen ist hierbei selbstverständlich. Lage Das Evangelische Familienzentrum Hansenhaus liegt inmitten des Hansenhausviertels direkt gegenüber der Gerhart-Hauptmann-Schule (Grundschule). Es ist der Pauluskirchengemeinde zugeordnet. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Familienzentrum gut über die Haltestelle "Brüder - Grimm-Straße" zu erreichen. Das an die Einrichtung angrenzende Waldgebiet und die Parkanlagen mit Spiel- und Sportplätzen bieten den Kindern vielfältige Möglichkeiten für Bewegung und Naturerfahrungen abseits des Straßenverkehrs. Der Standort ist prädestiniert für ein Familienzentrum: Grundschule, Kirchengemeinde und Stadtteilgemeinde sowie die Gästehäuser der Universität Marburg liegen in der direkten Nachbarschaft. Hier bestehen bereits gute Kooperationen. Kulturelle Vielfalt, verschiedene Milieus und Bildungsstandards treffen im Stadtteil aufeinander. Spiel- und Erfahrungsräume Die Räume des Familienzentrums Hansenhaus liegen auf drei Etagen und sind lichtdurchflutet, großzügig und freundlich eingerichtet. Besonders schön ist der Blick aus den großen, mit Naturholz eingefassten Fenstern in die umgebende Landschaft. Jede Gruppe hat einen eigenen Nebenraum, den sie den Bedürfnissen der Kinder entsprechend gestalten kann, etwa als Rollenspielbereich, Bauecke oder Rückzugsmöglichkeit. Die Krippe hat ihren eigenen Bereich, zu dem ein Schlafraum und ein eigenes Bad gehören. Zudem steht allen Kindern eine Kinderküche, ein Kreativraum, ein Schlafraum und ein Bewegungsraum zur Verfügung. Im Forum finden Gottesdienste und andere Feierlichkeiten, Aufführungen, Elternabende und das gemeinsame Singen statt. Darüber hinaus gibt es einen Beratungsraum, einen Therapieraum und einen Kursraum. Diese Räume werden - genauso wie der Bewegungsraum und das Forum - auch für Stadtteilangebote genutzt. Das Außengelände der Kita erstreckt sich über zwei unterschiedlich hohe Ebenen mit altem Baumbestand und bietet schon aufgrund seiner natürlichen Beschaffenheit eine Vielzahl an Spielmöglichkeiten. Ebenfalls zum Außengelände gehören fest installierte Spielgeräte (Klettergerüste, Sandkasten, Rutsche und Schaukeln), ein Hochbeet sowie eine gepflasterte Fläche für Kinderfahrzeuge. Das Außengelände der Krippe liegt vor dem Haus. Auf der Rasenfläche befinden sich ein Sandkasten und eine Nestschaukel. Hier sind noch weitere Spielmöglichkeiten in Planung.

- 14 - Spiel- und Erfahrungsräume

- 15 - ZIELE UND SELBSTVERSTÄNDNIS Familienzentrum Das Herz des Evangelischen Familienzentrums Hansenhaus bilden die im Haus untergebrachte Kita und Krippe. Gemeinsam mit den Eltern sowie mit verschiedenen Kooperationspartnern werden vom Familienzentrum Hansenhaus wohnortnahe und bedarfsorientierte Angebote in den Bereichen Bildung, Beratung, Therapie, Erziehung und Betreuung sowie Begegnung für Erwachsene und Kinder im Stadtteil entwickelt und durchgeführt. Ziele Das Evangelische Familienzentrum Hansenhaus setzt sich dafür ein, Familien vor Ort ein bedarfsgerechtes Angebot zu bieten und damit • Familien in ihrer Erziehungskompetenz und Alltagsbewältigung zu unterstützen und zu stärken • einen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu leisten • der Vereinzelung im Stadtteil entgegenzuwirken Es werden bereits vorhandene Angebote anderer Anbieter im Stadtteil berücksichtigt. Es ist Aufgabe des Familienzentrums, sich über die bestehenden Angebote zu informieren, den Bedarf zu ermitteln, die Angebote zu koordinieren, zu vernetzen und gemeinsam mit Kooperationspartnern auf- bzw. auszubauen. Arbeitsmodell In Anlehnung an das Rahmenkonzept Familienzentren in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) orientieren wir uns zurzeit an dem so genannten Lotsenmodell, langfristig an dem Galeriemodell. Unsere Einrichtung übernimmt in der Zusammenarbeit mit den Eltern bereits eine Lotsenfunktion, indem wir Familien im Bedarfsfall an entsprechende Beratungs- oder Bildungseinrichtungen weitervermitteln. In Einzelfällen fungieren wir auch als "Türöffner" und begleiten Eltern bei einem Erstbesuch einer Einrichtung. Darüber hinaus haben wir mit einzelnen Kooperationspartnern gemeinsam Angebote vor Ort etabliert. Wir möchten diese Angebote auf Familien im Stadtteil ausweiten. Im Rahmen des Galeriemodells möchte das Familienzentrum Betreuungs- und Familienangebote sowie konkrete Hilfs- und Beratungsangebote unter einem Dach anbieten. Die jeweiligen Kooperationspartner führen die Angebote in der Regel in eigener Verantwortung durch. Das Familienzentrum übernimmt die Koordinierung und stellt Räumlichkeiten im eigenen Haus zur Verfügung oder organisiert Räumlichkeiten in Kooperation mit anderen Institutionen im Stadtteil.

- 16 - Kita und Krippe Bild vom Kind "Es ist normal, verschieden zu sein." (Richard von Weizsäcker) Jedes Kind ist einzigartig In unserem christlichen Selbstverständnis sehen wir jedes Kind als ein Geschöpf Gottes an. Als solches ist für uns jedes Kind einzigartig und wir nehmen es an, wie es ist. Wir wertschätzen die Verschiedenartigkeit der Kinder und Vielfalt im Hinblick auf religiöse, soziale und kulturelle Zugehörigkeit. Jedes Kind verfügt über wertvolle Fähigkeiten Jedes Kind betrachten wir von Geburt an als ein kompetentes Kind, das seine Erziehung und Bildung mitgestaltet. Kinder wollen von sich aus lernen. Sie bringen sich mit ihren Fragen und Ideen ein und tragen damit dazu bei, dass sich auch uns neue Sichtweisen eröffnen. Wir lernen und wachsen mit ihnen gemeinsam. Wir hören einander zu und lassen uns aufeinander ein. Insofern ist der Bildungsprozess für uns ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Jedes Kind braucht Geborgenheit und Sicherheit Diese Form von Beziehungsarbeit ist nur möglich, wenn wir dem Kind durch eine Atmosphäre der Geborgenheit und des Vertrauens die Sicherheit geben, die es braucht. Sie ist die Grundlage für eine positive Bindung und so die Basis, auf der Lernen geschieht. Unterschiede zwischen Kindern sehen wir als Bereicherung In unserem Familienzentrum treffen Kinder mit den unterschiedlichsten kulturellen und familiären Hintergründen aufeinander. Diese Unterschiedlichkeit belebt, bereichert und durchdringt unsere tägliche Arbeit. Sie bietet die Chance, miteinander und voneinander zu lernen, sich mit Vorurteilen auseinanderzusetzen und Benachteiligungen entgegen zu wirken. Jedes Kind hat ein Recht auf individuelle Förderung Inklusion heißt für uns, dass jedes Kind unabhängig von seinen jeweiligen Entwicklungsvoraussetzungen und Bedürfnissen den gleichen Anspruch darauf hat, in seiner Entwicklung und seinem Lernen angemessen unterstützt und gefördert zu werden

- 17 - Jedes Kind braucht Begleitung, Unterstützung und Orientierung Als Fachkräfte begleiten und unterstützen wir das Kind dabei, sich mit seinen eigenen Fähigkeiten und Eigenheiten in die Gemeinschaft einzubringen. Wir helfen dem Kind, sich zu entwickeln und sich mit allen Sinnen auszuprobieren. Wir sind Vorbilder und geben dem Kind Orientierung. Wir unterstützen es dabei, das Lernen zu lernen, mit Erfolg und Misserfolg umzugehen und eigene Lösungen zu finden. Es kommt auf unsere Haltung an Die Haltung zum Kind und die Sicht auf das Kind beeinflussen unser Denken, unser Tun und unser Sprechen. Sie ist die Grundlage von Wahrnehmung und Verstehen und wird so zum Ausgangspunkt für pädagogische Handlungen. Es ist für uns selbstverständlich, unser Bild vom Kind immer wieder neu zu überdenken.

- 18 - Stärkung der Basiskompetenzen Das Ziel unserer Arbeit in der Kindertageseinrichtung ist die Entwicklung, Förderung und Stärkung der Basiskompetenzen von Kindern. Sie bilden die Grundlage in all unseren pädagogischen Angeboten und Ausrichtungen. Als Basiskompetenzen werden grundlegende Fähigkeiten und Einstellungen eines Menschen bezeichnet. Aufgrund dieser Fähigkeiten und Einstellungen können sich Kinder und Erwachsene wohlfühlen, gesund erhalten und ein positives Leben führen. Sie ermöglichen, sich in die Gemeinschaft einzubringen und an Entwicklungen und Fortschritten der Gesellschaft teilzunehmen. Basiskompetenzen können in vier Aspekte unterteilt werden: • Kindbezogene Fähigkeiten (individuelle Kompetenzen) • Gemeinschaftsbezogene Fähigkeiten (soziale Kompetenzen) • Fähigkeiten zum erfolgreichen Lernen (Lernkompetenzen) • Fähigkeiten, um Herausforderungen zu meistern (Resilienz) Kindbezogene Kompetenzen Individuelle Kompetenzen unterstützen und stärken das Kind in der Entwicklung einer stabilen Persönlichkeit. Sich angenommen fühlen Jedes Kind braucht das Gefühl gewollt und angenommen sein, mit seinen Stärken, Schwächen, seinem Temperament und seiner einzigartigen Persönlichkeit. Dadurch wird das Selbstwertgefühl des Kindes gestärkt und es kann sich gut und richtig fühlen mit allem was es ausmacht. Auf der Grundlage unseres christlichen Menschenbildes begegnen wir den Kindern mit einer Haltung, die sie in ihrer Einzigartigkeit respektiert und wertschätzt (-> Bild vom Kind). Teilhaben können und mitbestimmen dürfen Kinder möchten schon als Kleinstkinder erfahren, dass sie selbstbestimmt handeln können und dürfen. Sie haben das Bedürfnis, eigene Entscheidungen zu treffen und ihr Leben mitzugestalten. Hierfür geben wir ihnen in unserer Einrichtung viele Möglichkeiten. Es ist uns wichtig, die Kinder dabei zu unterstützen, ihre Ziele aus eigener Kraft (-> Marte Meo) zu erreichen und ihre Interessen zu vertreten. Dadurch erleben sich Kinder als selbstwirksam und kompetent. Sie erfahren, dass sie Einfluss auf ihre Umwelt nehmen. Kinder können und möchten verantwortlich sein, für sich selbst, aber auch für andere. In der Gruppe übernehmen sie gerne Aufgaben, die allen zu Gute kommen. Ältere Kinder unterstützen die jüngeren und setzen sich für sie ein.

- 19 - Alle achten darauf, dass die Regeln eingehalten werden, die wir gemeinsam mit ihnen entwickelt haben, damit das Miteinander gelingt. Sich selbst und andere wahrnehmen Es ist wichtig, dass Kinder lernen, ihre Gefühle und eigenen Bedürfnisse zu spüren und auch benennen zu können (->Marte Meo). Kinder erfahren, dass dieselbe Situation bei sich und anderen unterschiedlich angenehme und unangenehme Gefühle auslösen kann. Sie lernen - unter anderem - diese Gefühle bei sich und anderen zu erkennen, anzunehmen und angemessen darauf zu reagieren sowie für die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse zu sorgen (->Faustlos). Die Welt verstehen und Zusammenhänge erkennen Kinder sind neugierig und interessiert. Sie wollen die Welt erkunden und verstehen. Wir geben ihnen vielfältige Möglichkeiten, im Haus und in der Natur zu Forschern und Entdeckern zu werden (-> Naturwissenschaften). Gemeinschaftsbezogene Fähigkeiten Soziale Kompetenzen sind wichtig, um Beziehungen einzugehen, zu gestalten und sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen. Auf die Frage, was für sie im Kindergarten ganz besonders wichtig war, antworten unsere Vorschulkinder immer wieder stolz und strahlend: Ich habe ganz viele Freunde gefunden! Was heißt das bezogen auf die sozialen Kompetenzen? Freundschaften zu leben bedeutet unter anderem, die Grenzen der eigenen Wünsche und des eigenen Tuns zu erkennen und mit den Wünschen und Ideen von anderen abzugleichen, Kompromisse zu entwickeln und Rücksicht zu nehmen. Ich muss es aushalten, dass mein Freund nicht immer nett zu mir ist und auch mal anderen seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt. Ich erfahre, dass wir auch mal getrennte Wege gehen und unterschiedliche Meinungen haben und trotzdem Freunde sein können. Ich weiß, wie ich meinen Freund trösten kann, worüber wir lachen können, was er gerne isst und spielt. Diese Fähigkeiten tragen auch dazu bei, dass Kinder mit anderen in Gemeinschaft leben können, sich zu einer Gemeinschaft zugehörig fühlen und Verantwortung für das Gelingen dieser Gemeinschaft übernehmen. Im Alltag unserer Kindertageseinrichtung lernen sie, welche Regeln, Werte und Vereinbarungen dafür notwendig sind, welche verhandelbar und hilfreich sind und welche nicht.

- 20 - Fähigkeiten zum erfolgreichen Lernen Lernkompetenzen sind wichtig, um handlungs- und entscheidungsfähig zu sein in einer Welt, die sich ständig verändert und weiterentwickelt. Lernen geschieht hierbei unter Einbeziehung verschiedener Methoden und Medien, um es jedem individuell zu ermöglichen, mit allen Sinnen kreativ zu lernen, die Welt zu begreifen und Zusammenhänge zu verstehen. Wir denken gemeinsam mit den Kindern darüber nach: Was müssen wir wissen, um ein Ziel zu erreichen? Was ist wichtig und was ist unwichtig? Und wie kann ich eigentlich an Wissen herankommen? Wer hat Ahnung von einem Thema, so dass ich ihn/sie fragen kann? Mama, Papa, meine Erzieherin, der Pfarrer, der Förster oder ein anderes Kind aus der Gruppe? Vielleicht könnte ich mir dazu auch ein Buch angucken? Oder ich probiere einfach mal aus, ob meine oder deine Idee klappt? Das Kind entwickelt ein Bewusstsein dafür, dass es lernt, wie und was es lernt, wie man Wissen erwirbt und organisiert, wie man es zur Lösung komplexer Problemsituationen einsetzt und es sozial verantwortet. Dieses „Nachdenken über das Denken“ wird auch bei religiösen Sinn- und Wertefragen der Kinder aufgenommen.

- 21 - Fähigkeiten, um Herausforderungen zu meistern Resilienz bedeutet Widerstandsfähigkeit und meint die Fähigkeit, trotz schwieriger und widriger Lebensumstände oder Ereignisse das Leben gut zu meistern. Insofern ermutigen wir die Kinder, Neues auszuprobieren und nicht gleich aufzugeben, wenn etwas nicht geklappt hat. Bei Konflikten geben wir den Kindern Zeit, selbst Lösungsideen zu entwickeln. Resilienz beinhaltet die Fähigkeit, Herausforderungen bewusst wahrzunehmen und nicht ausschließlich als belastend zu erleben. Es geht darum, sich auf die eigenen Stärken und Fähigkeiten zu beziehen und sich trotz der schwierigen Umstände als aktiver Gestalter des eigenen Lebens zu sehen. Angebote religiöser Bildung in unserer Einrichtung können die Entwicklung dieser Fähigkeit, das Vertrauen in sich selbst und die Hoffnung auf Gottes tragende Kraft stärken und positiv begleiten.

- 22 - UMSETZUNG DER ZIELE Familienzentrum Bedarfsgerechte Kinderbetreuung Um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen, wurde mit Eröffnung des Familienzentrums die Ganztagesbetreuung im Kitabereich ausgebaut sowie eine Krippe eingerichtet. Beratung und Therapie • Entwicklungsgespräche und Erziehungsberatung für Erziehungsberechtigte durch gut qualifiziertes internes Fachpersonal (Erzieherinnen, Kindheitspädagoginnen, DiplomPädagoginnen mit entsprechenden Zusatzqualifikationen) • Arbeit mit Kindern und Eltern nach Marte Meo • Umsetzung des Präventionsprogrammes "Faustlos" • Weitervermittlung an Beratungs- und Therapiestellen • Unterstützung und Begleitung der Eltern bei Erstkontakten zu entsprechenden Institutionen • allgemeine Sozial- und Lebensberatung sowie Krisenintervention durch gut qualifiziertes internes Fachpersonal in akuten Einzelfällen • Unterstützung und Beratung im Rahmen von Integrationsprozessen • Offener Elterntreff • Beratung vor Ort von Eltern oder internem Fachpersonal durch die evangelische Erziehungsberatungsstelle • Logopädie für einzelne Kinder in der Kita in Kooperation mit Logopädie-Praxen • Sprachförderung für Vorschulkinder mit Migrationshintergrund in Zusammenarbeit mit der Grundschule • im Bedarfsfall Vorstellung von Kindern und Beratung der Eltern durch die Sprachheilbeauftragte der Stadt Marburg • im Bedarfsfall "Runde Tische" in Kooperation mit beteiligten Institutionen (z. B. Frühförderstellen, Fachdienst Kinderbetreuung, Ärzte) • psychomotorische Förderung von Kindern und Beratung der Eltern in der Kita durch den Verein für Psychomotorik • intensiver Austausch mit den jeweiligen Kooperationspartnern bis hin zur gegenseitigen Anleitung in Einzelfällen • Info-Materialien zu Beratungs- und Therapieangeboten Bildung • Offener Elterntreff • Themenelternabende • Vielfältige Bildungsangebote für Kinder und Erwachsene in Zusammenarbeit mit der Familienbildungsstätte und anderen Kooperationspartnern • Info-Materialien zu Bildungsangeboten bzw. Aushänge (Kurshefte, Flyer, Plakate etc.)

- 23 - Begegnung • Feste, Feiern und Gottesdienste im Jahreszeitenablauf • Offener Elterntreff • Ausflüge mit Eltern und Kindern • Eltern-Kind-Nachmittage • Besuche von Schul- oder Geschwisterkindern in den Kitagruppen Wir möchten ein Ort sein, an dem sich Menschen des Stadtteils treffen, austauschen, soziale Netzwerke knüpfen und sich mit ihren Kompetenzen in unsere Arbeit einbringen. Gemeinsam mit ihnen und unseren Kooperationspartnern möchten wir unsere Angebote entsprechend der Bedarfe in allen Bereichen ausweiten, öffnen und weiterentwickeln. Hierfür stellen wir unsere Räume zu Verfügung oder suchen im Stadtteil nach geeigneten Räumlichkeiten. Aktuelle Angebote des Familienzentrums siehe unter www.kitas-marburg.de

- 24 - Kita und Krippe Feste Gruppen und offene Räume Die Gruppenzugehörigkeit bietet den Kindern, insbesondere in der Anfangszeit, einen festen, überschaubaren und geschützten Rahmen in der Nähe einer vertrauten Bezugsperson. Die meisten Kinder identifizieren sich stark mit ihrer Gruppe. Hier finden sie Orientierung und Geborgenheit. Regelmäßig wiederkehrende Abläufe und klare, nachvollziehbare Regeln strukturieren den Alltag und tragen dazu bei, dass die Kinder sich sicher fühlen und Vertrauen entwickeln. In altersgemischten Gruppen besteht aufgrund der unterschiedlichen Entwicklungsstufen weniger Konkurrenz und Leistungsdruck. Die Atmosphäre ist stark durch Kooperation und Hilfsbereitschaft geprägt, so dass ein intensives Gemeinschaftsgefühl entsteht. Die Kinder sind sich gegenseitig Vorbilder, profitieren voneinander und geben erworbene Kenntnisse weiter. Jedes Kind hat die Möglichkeit, seinen Bedürfnissen und Interessen entsprechend Spielpartner zu finden. Für Einzelkinder ersetzen altersgemischte Gruppen die Geschwistererfahrung. Neben der Sicherheit der Gruppe brauchen Kinder jedoch auch Freiräume. Diese finden sie in der gesamten Einrichtung und im Außengelände. So stehen zum Beispiel die Flure, das Forum oder die Kinderküche als offene Räume zur Verfügung. Hier können Kinder aller KitaGruppen sich verabreden, treffen und miteinander spielen. Voraussetzung ist, dass die Kinder sich in ihrer Gruppe abmelden und die Regeln einhalten. Die offenen Räume werden von den Kindern häufig genutzt. Sie können sich entscheiden, die Sicherheit der Gruppe zeitweise und begrenzt zu verlassen und neue Erfahrungen zu sammeln. Ein ausgewogenes Verhältnis von festen Gruppen und offenen Räumen ist förderlich für die Entwicklung von Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

- 25 - Spiel Kinder lernen spielend Das Spiel ist für Kinder die wichtigste und elementarste Form des Lernens. Spielen stärkt die Basiskompetenzen Im Spiel erfahren Kinder etwas über sich und ihre Umwelt, entwickeln ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten und stärken ihre sozialen Kompetenzen in der Auseinandersetzung mit anderen Spielgefährten. Sie lernen, mit anderen zu teilen, aufeinander zuzugehen, sich durchzusetzen und Rücksicht zu nehmen. Sie wagen sich an Neues heran und lernen Misserfolge auszuhalten. Im Spiel erschließt sich Kindern die Bedeutung von Regeln in der Gemeinschaft. Kinder schlüpfen im Spiel in andere soziale Rollen und setzen sich mit ihnen auseinander. Das hilft den Kindern, die Gefühle anderer einzuordnen und zu verstehen. Als Vater, Mutter und Kind spielen und verarbeiten Kinder alltägliche Situationen. Im freien Spiel bestimmen die Kinder selber Spielpartner, Ort, Material, Inhalt, Verlauf und Dauer des Spiels. Sie lernen, das Spielgeschehen zu planen, Eigeninitiative zu entwickeln und Entscheidungen zu treffen. Spielen bildet Im Spiel eignen sich die Kinder die Grundlagen für alle relevanten Bildungsbereiche an. Kreativität und Fantasie werden angeregt und im Spiel umgesetzt: Gegenstände erhalten neue Funktionen - ein Stuhl wird zum Bus, ein Tisch zu einem Haus, einer Höhle, die Regeln eines Spiels werden neu erfunden... Indem sie experimentieren, in der Bauecke konstruieren, spielend mit Zahlen und Mengen umgehen, rückwärts (minus) und vorwärts (plus) laufen, erschließen sie sich wie von selbst mathematische Grundlagen. Im Spiel mit der Murmelbahn lernen die Kinder physikalische Zusammenhänge kennen und setzen sich mit Geschwindigkeit und Schwerkraft auseinander. Spielend üben sich Kinder in verbaler und nonverbaler Kommunikation und erweitern ihren Wortschatz. Bewegungsspiele bringen die Kinder nicht nur körperlich, sondern auch geistig in Bewegung und wirken sich positiv auf die sprachliche Entwicklung aus.

- 26 - Rolle der Fachkräfte Wir sammeln in den Spielphasen durch Beobachtung wertvolle Erkenntnisse zum Entwicklungsstand und den Vorlieben der Kinder. Diese berücksichtigen wir in unserer pädagogischen Arbeit, indem wir eine anregende Spielumgebung schaffen, die auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten ist. Spielbeobachtungen bilden zudem die wesentliche Grundlage für die Entwicklungsgespräche mit den Eltern. Beim gemeinsamen Spiel mit den Kindern begeben wir uns mit ihnen auf Augenhöhe. Wir gestalten das Spiel gemeinsam mit den Kindern und kommen dadurch in einen guten und freudvollen Kontakt miteinander. Indem wir die Lust am spielerischen Tun stärken und anregende Spiel-Räume ermöglichen und eröffnen, unterstützen wir die Lernfreude der Kinder. Angebote Angebote werden gezielt im Gruppenalltag eingesetzt. Auswahlkriterien, die die Angebote und die jeweilige Zielgruppe bestimmen, orientieren sich unter anderem • an ihrem Entwicklungsstand • an ihren Interessen und Bedürfnissen • am Alter der Kinder • an der Gruppensituation • an der Jahreszeit • am Kirchenjahr • an spezifischen Kompetenzen der pädagogischen Fachkräfte Angebote tragen dazu bei, dass Kinder eigene Fähigkeiten entdecken, diese ausbauen und sich neue Erfahrungshorizonte erschließen. Sie bieten zudem die Möglichkeit, Kinder gezielt zu fördern. Es gibt vielfältige Varianten: • gruppeninterne Angebote • gruppenübergreifende Angebote • Angebote für einzelne Kinder und in Kleingruppen • Ausflüge • einmalige Angebote oder langfristig angelegte Themenschwerpunkte Freie und angeleitete Spielphasen ergänzen sich und bieten den Kindern umfassende und ganzheitliche an den unterschiedlichen Bedürfnissen ausgerichtete Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten.

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- 28 - Marte Meo - Zeit und Raum für die Entwicklung "aus eigener Kraft" "Fange dort an, wo sie stehen. Gehe mit dem, was sie haben. Hilf ihnen, dorthin zu kommen, wohin sie selbst wollen." (Lao Tse) Marte Meo stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt "aus eigener Kraft". Dahinter steht die Überzeugung, dass jedes Kind, jeder Erwachsene über Ressourcen verfügt, die es ihm ermöglichen, sich aus eigener Kraft zu entwickeln und sein Leben sinnvoll zu gestalten. Es ist ein wesentlicher Teil unserer Arbeit, diese Ressourcen zu erkennen, zu aktivieren und sie auf unserem gemeinsamen Weg zusammenzuführen. Dies gelingt nach Marte Meo durch die Umsetzung von einfachen, aber effektiven Formen, miteinander zu kommunizieren. Hier einige Beispiele: Das Benennen der Handlungen der Kinder trägt dazu bei, dass sie sich wahr- und ernst genommen fühlen. Sie werden motiviert, länger an einer Sache zu bleiben, sich zu konzentrieren. Wird die Handlung des Kindes im Gruppenalltag benannt, werden die anderen Kinder auf sein Tun aufmerksam. Dadurch fühlt sich das Kind bestätigt und wird in seinem Selbstwertgefühl gestärkt. Oft versuchen die anderen Kinder, es ihm nachzuahmen, um ebenfalls bestärkt zu werden. Dadurch entstehen "ganz von selbst" positive Entwicklungsmomente. Das Benennen der eigenen Handlungen schafft Transparenz und gibt den Kindern Sicherheit und Orientierung. Es ist ein großer Unterschied, ob ich einfach stumm den Gruppenraum verlasse oder benenne: Ich gehe kurz in den Kreativraum, um Pappe zu besorgen. So wissen die Kinder Bescheid und können die Situation einschätzen. Auch bei Alltagssituationen wie dem Wickeln ist es hilfreich für das Kind, wenn ich mein Handeln durch Worte begleite. "Ich nehme jetzt deine Beine hoch und lege dir eine frische Windel unter". So weiß das Kind, was auf es zukommt, kann sich darauf einstellen und hat die Möglichkeit, selbst aktiv mitzuarbeiten und zum Beispiel den Po anzuheben. Selbst wenn das Kind noch nicht sprechen kann, wird es mit der Zeit die Worte mit den Handlungen verknüpfen. Der Klang der Stimme und der freundlich zugewandte Blick vermitteln dem Kind Gefühle von Geborgenheit und Sicherheit: "Ich bin bei dir. Alles ist gut". Das Benennen von Handlungen fördert zudem die Sprachentwicklung und erweitert den Wortschatz. Auch Kinder, die nicht im deutschsprachigen Raum aufgewachsen sind und noch kein deutsch sprechen, profitieren enorm von dieser Methode. Kinder, die gerade sprechen lernen, greifen aus den Sätzen der Fachkraft oft ein einzelnes Wort heraus. Wenn dieses durch die Bezugsperson wiederholt wird, fühlt sich das Kind bestätigt und hat oft Freude daran, das Wort zu wiederholen und somit einzuüben.

- 29 - Die Philosophie von Marte Meo beruht auf der Wertschätzung aller Menschen und auf dem Vertrauen in ihre Entwicklungsmöglichkeiten. Wir trauen den Kindern zu, dass sie selbst Lösungen für ihre Probleme finden und unterstützen sie dabei. Es ist wichtig abzuwarten, nicht vorschnell für die Kinder zu handeln, sondern den Kindern Zeit, Raum und Unterstützung dafür zu geben, selbst Erkenntnisse zu gewinnen und sie mit eigenen Worten oder Taten auszudrücken. So erleben die Kinder sich als selbstwirksam und entwickeln Stolz und Freude über die eigenen Erkenntnisse. Jeder weiß, dass das, was man selbst entdeckt oder herausgefunden hat, oft ein Leben lang als Ressource präsent ist, auf die bei Bedarf zugegriffen werden kann. Bei der Marte Meo Methode wird mit Einverständnis der Eltern mit Videoaufnahmen von Alltagssituationen gearbeitet. Im Rahmen der Ausbildung zur Marte Meo Praktikerin haben wir uns in Aktionen gemeinsam mit einzelnen oder mehreren Kindern gefilmt. Die Videos geben Aufschluss darüber, welche Fähigkeiten die Kinder und wir bereits entwickelt haben und wo noch Entwicklungsbedarf besteht. Anhand der von dem/der AusbilderIn ausgewählten, gut gelungenen Interaktionsmomente wird analysiert, was das Kind tut oder sagt, wie wir darauf reagieren und warum das hilfreich für die Entwicklung der Kinder ist. Durch die Kraft der Bilder erhalten wir neue Ein-Sichten und können direkt beobachten, wie positiv sich unser Verhalten auf die Entwicklung der Kinder auswirkt. Dadurch erleben wir unsere eigene Selbstwirksamkeit: Die Marte Meo Methode wird zu einem Selbstläufer, da wir durch die Anwendung der Elemente immer wieder positive Bestätigung erhalten. Die Arbeit nach Marte Meo ist lösungsorientiert und schafft eine gute "Entwicklungsatmosphäre", da die Stärken und Fähigkeiten von Kindern und Fachkräften im Vordergrund stehen. Marte Meo ist zudem ein hilfreiches "Handwerkszeug" in der Beratung von Kolleginnen und Eltern. Die Methode wurde in den 1970iger Jahren von der Niederländerin Maria Aarts begründet. Sie wird inzwischen weltweit in zahlreichen Feldern pädagogischer, sozialer, pflegerischer und therapeutischer Arbeit umgesetzt.

- 30 - Partizipation Welche Gedanken leiten uns? Kinder haben das Recht, an allen sie betreffenden Entscheidungen entsprechend ihrem Entwicklungsstand beteiligt zu werden. Dadurch werden ihre demokratischen, sozialen, emotionalen, kognitiven und lebenspraktischen Kompetenzen gefördert. Wir ermöglichen, dass Kinder sich frei entfalten dürfen bei gleichzeitiger Achtung der Grenzen anderer. Dabei bietet die Kita einen „Schutzraum“, in dem sich die Kinder ausprobieren können und dürfen. Voraussetzung für die freie Meinungsäußerung ist eine Atmosphäre des Vertrauens. Wenn Kinder sich wohl, sicher und geborgen fühlen, trauen sie sich, ihre Meinung zu vertreten. Ebenso, wenn sie die Erfahrung machen, ernst- und wahrgenommen zu werden. Gelingende Partizipation führt bei allen Beteiligten zu mehr Zufriedenheit und Motivation und schafft eine positive Entwicklungsatmosphäre. Was tun wir? Kinder möchten schon als Kleinstkinder erfahren, dass sie selbstbestimmt handeln können und dürfen. Sie haben das Bedürfnis, eigene Entscheidungen zu treffen, ihr Leben mitzugestalten und sich mit ihren Bedürfnissen, Ideen und Wünschen einzubringen. Hierfür geben wir ihnen in unserer Einrichtung vielfältige Möglichkeiten (z.B. Lautstärkerassel, Spielideen, Teilnahme an Angeboten, Mitgestaltung von Räumen, Geburtstagen, …) Im freien Spiel bestimmen die Kinder selbst SpielpartnerInnen, Ort, Material, Inhalt, Verlauf und Dauer des Spiels. Hierfür stellen wir vielfältige Materialien bereit, die für alle Kinder zugänglich sind. Wir schaffen im Alltag eine kommunikationsfreudige Atmosphäre. Dabei legen wir Wert auf eine leichte und verständliche Sprache und arbeiten mit Bildern. Wir begeben uns auf Augenhöhe mit den Kindern, hören genau hin, beobachten und achten auf Mimik und Gestik. Wir unterstützen die Kinder dabei, ihre Ziele aus eigener Kraft zu erreichen und ihre Interessen zu vertreten. In Aushandlungs- und Entscheidungsprozessen ermutigen, unterstützen und begleiten wir die Kinder. Wir helfen Ihnen, die „richtigen“ Worte zu finden und die Grenzen ihrer Wünsche und ihres Handelns zu erkennen. Wir geben den Kindern eigene Verantwortungsbereiche (z.B. Geschirrwagen vorbereiten, Tisch decken, Verantwortung für mitgebrachte Spielsachen übernehmen…) und Aufgaben, die der Gemeinschaft zugutekommen. Wir ermutigen die Kinder sich gegenseitig unterstützen. Wir achten bei der Auswahl der Methoden auf den Entwicklungsstand jedes einzelnen Kindes. Als Fachkräfte sind wir uns unserer Vorbildfunktion bewusst. Wir machen unser eigenes Handeln transparent und reflektieren uns immer wieder in unserer Rolle. Was lernen die Kinder? Wenn Kinder mitbestimmen dürfen, erleben sie sich als selbstwirksam und kompetent. Sie erfahren, dass sie Einfluss auf ihre Umwelt nehmen, und ihre Meinungen, Ideen und Bedürfnisse ernst- und wahrgenommen werden (Demokratieverständnis).

- 31 - Die Kinder lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Dabei machen sie auch die Erfahrung, dass ihre Interessen nicht immer mit denen der anderen Kinder übereinstimmen und suchen gemeinsam nach Kompromissen (Stärkung der Sozialkompetenz). Manchmal müssen sie auch aushalten (Frustrationstoleranz üben), dass ihre Ideen aus verschiedensten Gründen nicht berücksichtigt werden. Die Kinder lernen, angemessene Worte zu finden, um ihre Sichtweisen, ihre Interessen und Wünsche dementsprechend auszudrücken und zu vertreten (Sprachförderung). Sie erkennen, wie hilfreich es ist, Gesprächsregeln (z.B. zuhören, ausreden lassen) gemeinsam zu erarbeiten und diese umzusetzen. So lernen sie eine faire, lösungsorientierte und konstruktive Gesprächs- und Streitkultur und damit die Grundlagen für ein gutes Konfliktmanagement. Welche Methoden unterstützen uns bei der Umsetzung? • Grundsatz: „Hilf mir, es selbst zu tun“ (Maria Montessori) • Grundlagen der gewaltfreien Kommunikation • Faustlos • Marte Meo Beobachtung und Dokumentation Die systematische und regelmäßige Beobachtung von Kindern gibt einen Einblick in wesentliche Entwicklungs- und Lernprozesse eines Kindes und in seine Lebenswelt. Damit fördert und vertieft sie das einfühlsame Verstehen der Perspektive von Kindern. Mit der Dokumentation wird das Ergebnis der Beobachtung festgehalten und zugleich die Qualität der Beobachtung gesichert. Beobachtungen finden während der gesamten Betreuungszeit aber auch gezielt z.B. in Vorbereitung der jährlichen Entwicklungsgespräche mit den Eltern statt. Sie dienen dazu, das Kind in seiner Entwicklung zu verstehen, seine individuellen Interessen und Bedürfnisse zu erfassen und seine persönlichen Lern- und Bildungswege wahrzunehmen. Im Rahmen von Integrationsmaßnahmen nutzen wir ein einheitliches Dokumentationsschema in Form von vorgegebenen Entwicklungsberichten sowie von Förderplänen. Stellen wir durch Beobachtungen fest, dass ein Kind offensichtlich in einem oder mehreren Bildungsbereichen einen hohen Entwicklungsbedarf hat, leiten wir in Zusammenarbeit mit den Eltern weitere Schritte ein, um Benachteiligungen vorzubeugen (Frühförderstelle, therapeutische Maßnahmen, Beantragung eines Integrationsplatzes, Entwicklungsdiagnostik etc.). Alle Dokumente, die die Entwicklung des Kindes betreffen, heften wir in chronologischer Reihenfolge in der so genannten Kinderakte ab. Diese wird in einem verschlossenen Schrank aufbewahrt und mit Ausscheiden des Kindes aus der Einrichtung vernichtet. Die Kinderakte ist eine wesentliche Grundlage für den qualifizierten Austausch, die kompetente Beratung und fachlich fundierte Gespräche im Team, mit Eltern und externen Fachkräften.

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