Scheidung, Trennung und Freundschaften. Deshalb steht das Thema Freundschaft hier im Vordergrund und bildet ein zentrales Thema im fünften Lebensjahr. Hier kommt es nicht selten vor, dass Kinder Freundschaften schnell beenden und sich nach einer Weile wieder befreunden („du bist nicht mehr mein Freund“). Außerdem nimmt das Interesse an Doktorspielen zu, weshalb sich das übliche Rollenspiel „Vater-Mutter-Kind“ zu Doktorspielen weiterentwickelt. Es ist nicht unüblich, dass der „Patient“ auch im Genital- und Analbereich untersucht wird. Hierfür ist es wichtig, geeignete und vor allem geschützte Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen. 5. Das sechste Lebensjahr: In diesem Lebensabschnitt findet die Identitätsphase statt. Mädchen mögen Jungs nicht mehr und Jungs mögen Mädchen nicht mehr. Es bilden sich Gruppierungen. In dieser Phase konzentrieren sich die Kinder auf ihr jeweiliges Geschlecht. Sie sind stark darauf bedacht, sich konform zu der abgeschauten Geschlechterrolle zu verhalten. Wurde zuvor geschlechtsuntypisches Verhalten durch die Bezugspersonen sanktioniert, erfolgt dies nun durch die Peers, die Gruppe der Gleichaltrigen. So kann es auch sein, dass ein Junge, der sich nicht geschlechtsrollenkonform verhält, schnell als Mädchen bezeichnet und von der Jungengruppe ausgeschlossen wird. Mädchen neigen in dieser Phase sehr häufig dazu, sich sehr mädchenhaft zu präsentieren. Auch die Kleidung gilt als sehr mädchenhaft, oft in rosa. Für die Kinder ist es sehr wichtig, dazu zu gehören. Es gibt für sie nichts Schlimmeres, als nicht von den Geschlechtergruppen anerkannt zu werden, zu denen sie sich zugehörig fühlen (vgl. KiTaFT_Hierholzer). 6. Das siebte Lebensjahr: In dieser Phase haben die Kinder ihre Geschlechtsidentität abgeschlossen und kennen sich mit gesellschaftlichen Erwartungen aus. Die Latenzphase der Vorpubertät beginnt. Die Kinder haben ihr Schamgefühl vollkommen entwickelt. Zudem suchen sie öfter Verstecke und verheimlichen Aktivitäten, da die Selbstbefriedigung zunimmt. Die Kinder wissen über die Entstehung von Leben Bescheid, sowie über Paarbeziehungen und deren sozial-emotionaler und sexueller Inhalte. Wichtig ist, dass den Kindern keine Geschlechterrollen aufgedrückt werden und sie frei entscheiden können, um sich sicher und ernst genommen zu fühlen.
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