Konzeption - Evangelisches Familienzentrum Hansenhaus

- 28 - Marte Meo - Zeit und Raum für die Entwicklung "aus eigener Kraft" "Fange dort an, wo sie stehen. Gehe mit dem, was sie haben. Hilf ihnen, dorthin zu kommen, wohin sie selbst wollen." (Lao Tse) Marte Meo stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt "aus eigener Kraft". Dahinter steht die Überzeugung, dass jedes Kind, jeder Erwachsene über Ressourcen verfügt, die es ihm ermöglichen, sich aus eigener Kraft zu entwickeln und sein Leben sinnvoll zu gestalten. Es ist ein wesentlicher Teil unserer Arbeit, diese Ressourcen zu erkennen, zu aktivieren und sie auf unserem gemeinsamen Weg zusammenzuführen. Dies gelingt nach Marte Meo durch die Umsetzung von einfachen, aber effektiven Formen, miteinander zu kommunizieren. Hier einige Beispiele: Das Benennen der Handlungen der Kinder trägt dazu bei, dass sie sich wahr- und ernst genommen fühlen. Sie werden motiviert, länger an einer Sache zu bleiben, sich zu konzentrieren. Wird die Handlung des Kindes im Gruppenalltag benannt, werden die anderen Kinder auf sein Tun aufmerksam. Dadurch fühlt sich das Kind bestätigt und wird in seinem Selbstwertgefühl gestärkt. Oft versuchen die anderen Kinder, es ihm nachzuahmen, um ebenfalls bestärkt zu werden. Dadurch entstehen "ganz von selbst" positive Entwicklungsmomente. Das Benennen der eigenen Handlungen schafft Transparenz und gibt den Kindern Sicherheit und Orientierung. Es ist ein großer Unterschied, ob ich einfach stumm den Gruppenraum verlasse oder benenne: Ich gehe kurz in den Kreativraum, um Pappe zu besorgen. So wissen die Kinder Bescheid und können die Situation einschätzen. Auch bei Alltagssituationen wie dem Wickeln ist es hilfreich für das Kind, wenn ich mein Handeln durch Worte begleite. "Ich nehme jetzt deine Beine hoch und lege dir eine frische Windel unter". So weiß das Kind, was auf es zukommt, kann sich darauf einstellen und hat die Möglichkeit, selbst aktiv mitzuarbeiten und zum Beispiel den Po anzuheben. Selbst wenn das Kind noch nicht sprechen kann, wird es mit der Zeit die Worte mit den Handlungen verknüpfen. Der Klang der Stimme und der freundlich zugewandte Blick vermitteln dem Kind Gefühle von Geborgenheit und Sicherheit: "Ich bin bei dir. Alles ist gut". Das Benennen von Handlungen fördert zudem die Sprachentwicklung und erweitert den Wortschatz. Auch Kinder, die nicht im deutschsprachigen Raum aufgewachsen sind und noch kein deutsch sprechen, profitieren enorm von dieser Methode. Kinder, die gerade sprechen lernen, greifen aus den Sätzen der Fachkraft oft ein einzelnes Wort heraus. Wenn dieses durch die Bezugsperson wiederholt wird, fühlt sich das Kind bestätigt und hat oft Freude daran, das Wort zu wiederholen und somit einzuüben.

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