- 31 - Die Kinder lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Dabei machen sie auch die Erfahrung, dass ihre Interessen nicht immer mit denen der anderen Kinder übereinstimmen und suchen gemeinsam nach Kompromissen (Stärkung der Sozialkompetenz). Manchmal müssen sie auch aushalten (Frustrationstoleranz üben), dass ihre Ideen aus verschiedensten Gründen nicht berücksichtigt werden. Die Kinder lernen, angemessene Worte zu finden, um ihre Sichtweisen, ihre Interessen und Wünsche dementsprechend auszudrücken und zu vertreten (Sprachförderung). Sie erkennen, wie hilfreich es ist, Gesprächsregeln (z.B. zuhören, ausreden lassen) gemeinsam zu erarbeiten und diese umzusetzen. So lernen sie eine faire, lösungsorientierte und konstruktive Gesprächs- und Streitkultur und damit die Grundlagen für ein gutes Konfliktmanagement. Welche Methoden unterstützen uns bei der Umsetzung? • Grundsatz: „Hilf mir, es selbst zu tun“ (Maria Montessori) • Grundlagen der gewaltfreien Kommunikation • Faustlos • Marte Meo Beobachtung und Dokumentation Die systematische und regelmäßige Beobachtung von Kindern gibt einen Einblick in wesentliche Entwicklungs- und Lernprozesse eines Kindes und in seine Lebenswelt. Damit fördert und vertieft sie das einfühlsame Verstehen der Perspektive von Kindern. Mit der Dokumentation wird das Ergebnis der Beobachtung festgehalten und zugleich die Qualität der Beobachtung gesichert. Beobachtungen finden während der gesamten Betreuungszeit aber auch gezielt z.B. in Vorbereitung der jährlichen Entwicklungsgespräche mit den Eltern statt. Sie dienen dazu, das Kind in seiner Entwicklung zu verstehen, seine individuellen Interessen und Bedürfnisse zu erfassen und seine persönlichen Lern- und Bildungswege wahrzunehmen. Im Rahmen von Integrationsmaßnahmen nutzen wir ein einheitliches Dokumentationsschema in Form von vorgegebenen Entwicklungsberichten sowie von Förderplänen. Stellen wir durch Beobachtungen fest, dass ein Kind offensichtlich in einem oder mehreren Bildungsbereichen einen hohen Entwicklungsbedarf hat, leiten wir in Zusammenarbeit mit den Eltern weitere Schritte ein, um Benachteiligungen vorzubeugen (Frühförderstelle, therapeutische Maßnahmen, Beantragung eines Integrationsplatzes, Entwicklungsdiagnostik etc.). Alle Dokumente, die die Entwicklung des Kindes betreffen, heften wir in chronologischer Reihenfolge in der so genannten Kinderakte ab. Diese wird in einem verschlossenen Schrank aufbewahrt und mit Ausscheiden des Kindes aus der Einrichtung vernichtet. Die Kinderakte ist eine wesentliche Grundlage für den qualifizierten Austausch, die kompetente Beratung und fachlich fundierte Gespräche im Team, mit Eltern und externen Fachkräften.
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