10 Umgang mit grenzverletzendem Verhalten unter Kindern Grenzverletzendes Verhalten liegt immer dann vor, wenn ein Kind etwas tut, was ein anderes Kind nicht möchte. Das kann z.B. eine Umarmung sein, mit der ein Kind dem anderen Kind seine Zuneigung zeigen möchte – die aber dem anderen Kind unangenehm ist. Gelegentlich drücken Kinder ihre Enttäuschung, Sprachlosigkeit oder Wut dadurch aus, dass sie andere Kinder hauen, etwas nach ihnen werfen oder ihnen etwas wegnehmen. Auch mit Worten verletzen Kinder sich gegenseitig. Manchmal halten sich Kinder auch im Rahmen von Körpererkundungsspielen nicht an die Regeln und es kommt zu Grenzverletzungen. In all diesen – und ähnlichen - Fällen greifen die Fachkräfte sofort ein: • Die grenzüberschreitende Handlung wird sofort beendet und klar benannt. • Die involvierten Kinder werden sachlich befragt (Je nach Situation auch im Einzelgespräch). • Alle beteiligten Kinder erhalten Mitgefühl, Trost und Unterstützung. • Mit dem Kind, das eine Grenzverletzung erfahren hat, wird besprochen, dass es nicht in Ordnung ist, was das andere Kind getan hat und dass es sich dieses Verhalten nicht gefallen lassen muss. Es wird besprochen, wie es sich in den entsprechenden Situationen wehren oder Hilfe holen kann. Es wird darin bestärkt, „Nein“ zu sagen. • Auch das Kind, dass die Grenze überschritten hat, braucht Unterstützung und Hilfe. Oft sind die Kinder sich nicht darüber bewusst, dass sie ein anderes Kind mit ihrer Handlung verletzt oder ihm weh getan haben. Dies wird im Gespräch miteinander geklärt. Sich „nur“ zu entschuldigen, reicht nicht aus. Mit diesem Kind wird besprochen, wie es seine Gefühle auf eine Weise ausdrücken kann, die andere Kinder nicht verletzt und es werden Konsequenzen für die Grenzüberschreitung besprochen. • Wenn Grenzüberschreitungen in der Gruppe Thema sind, werden Regeln und Verhaltensweisen für einen wertschätzenden Umgang untereinander mit allen Kindern der Gruppe besprochen – ohne dabei die in die Grenzverletzung involvierten Kinder bloßzustellen. • Über grenzüberschreitende Handlungen werden die Eltern aller beteiligten Kinder zeitnah von uns informiert. Oft sind Eltern verunsichert, wie oder ob sie zu Hause mit ihren Kindern darüber sprechen sollen. Hierzu erhalten sie von uns Beratung und Unterstützung. Grenzverletzendes Verhalten zwischen Kindern und Fachkräften Auch Fachkräfte erleben grenzverletzendes Verhalten durch Kinder. So kommt es z.B. vor, dass Kinder Fachkräfte hauen, ihnen einfach ein Küsschen geben, sie mit Worten beleidigen oder sie an Stellen berühren (z.B. am Po oder an der Brust), die den Fachkräften unangenehm sind. Hier ist es wichtig, dass auch die Fachkräfte sich klar positionieren und ihr „Nein“ von den Kindern gehört, respektiert und verstanden wird. Sie sind damit zugleich ein Vorbild für die Kinder.
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