- 39 - PÄDAGOGISCHER ALLTAG Tagesgestaltung In täglich wiederkehrenden Abläufen bietet die Tagesgestaltung Kindern, Eltern und Fachkräften Sicherheit und Orientierung. Bring- und Abholzeiten, feste Rituale und Mahlzeiten unterteilen den Tag in überschaubare zeitliche Einheiten. Darüber hinaus gibt die Tagesgestaltung Raum für individuelle Bedürfnisse und Bildungsprozesse. Das heißt: Mit einer verlässlichen, Orientierung gebenden Struktur geht eine offene, kind- und situationsbestimmte Planung einher. Die Eigenaktivität und Beteiligung der Kinder rückt in den Vordergrund und ihre momentane Verfassung wird berücksichtigt. So besteht zum Beispiel in der Krippe die Möglichkeit, dass Kinder bei Bedarf bereits vormittags schlafen und ihr Mittagessen später zu sich nehmen können. Innerhalb des Wochenablaufes finden aber auch aktuelle Begebenheiten spontan oder geplant ihren Platz. Während der Bring- und Abholzeiten findet in der Regel ein kurzer Austausch zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften statt. Beziehungsvolle Pflege Beziehungsvolle Pflege ist eine pädagogische Kernaufgabe. Sie basiert auf Respekt und Achtung vor der Persönlichkeit des Kindes. Zentrales Anliegen ist die Befriedigung der Grundbedürfnisse des Kindes nach körperlichem Wohlbefinden, Sicherheit, liebevoller Zuwendung und Unterstützung. Zu den täglichen Pflegesituationen gehören An- und Ausziehen, Essen und Trinken, Körperpflege, Schlafen und Wickeln. Sie sind für uns wertvolle soziale Interaktionen und damit auch wichtige Bildungs- und Lernsituationen im pädagogischen Alltag. Beziehungsvolle Pflege geschieht in der Regel in einem intensiven, oft auch intimen Kontakt zwischen dem Kind und einer Bezugsperson. Dabei berücksichtigen wir Pflegegewohnheiten und orientieren uns an dem Tempo und den Fähigkeiten des Kindes. Wir achten auf die Gestaltung einer angemessenen Atmosphäre, auf eine liebevolle Zuwendung und auf eine zeitnahe Befriedigung der elementaren Bedürfnisse. Wir begleiten unsere Handlungen sprachlich. So erfährt das Kind sich als liebenswerter Kommunikationspartner. Es fühlt sich gesehen und wahrgenommen. Die Transparenz unserer Handlungen gibt ihm Sicherheit und Orientierung. Kinder, die Pflegesituationen als sinnliches und angenehmes Erlebnis empfinden, entwickeln ein positives Verhältnis zu ihrem Körper und einen selbstständigen Umgang damit.
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