6 Sprache und Aufklärung • Wir schaffen eine vertrauensvolle Atmosphäre, um es den Kindern zu erleichtern, sich mit ihren Fragen, Sorgen oder Ängsten an uns zu wenden. • Als pädagogische Fachkräfte sind wir Sprachvorbilder für die Kinder. Wir benutzen eine klare, wertschätzende und vorurteilsbewusste Sprache. Bei aufkommenden körperbezogenen Themen sprechen wir offen und kindgerecht über Sexualität. So erfahren die Kinder, dass es erlaubt und normal ist, darüber zu reden und sie sich mit ihren Gedanken und Fragen an uns wenden können. • Kinder erhalten eine Sprache für ihren Körper, seine Funktionen und Bedürfnisse. Alle Körperteile werden von uns benannt, auch die Geschlechtsorgane. Wir haben uns in unserer Einrichtung für die Nutzung folgender offizieller Begriffe entschieden: Vagina, Vulva, Vulvalippen, Klitoris, Brust, Brustwarzen, Penis, Vorhaut, Eichel, Hoden, Po, After. Es ist wichtig, dass die Kinder allgemeingültige Begriffe kennen, damit sie sich für jeden verständlich ausdrücken können und in der Lage sind, deutlich zu sagen, an welchen Körperstellen sie berührt werden möchten oder nicht. • Alternative Begriffe der Kinder werden geduldet, sofern sie frei von Diskriminierung sind. Allerdings verwenden und fördern wir diese nicht. • Finden sprachliche Grenzverletzungen wie zum Beispiel Diskriminierungen oder Beleidigungen unter Kindern statt, greifen wir ein. Es ist unser Anliegen, dass die Kinder verstehen, dass sie mit ihren Worten die Gefühle eines anderen Kindes verletzen können. • Wir gehen auf die Fragen der Kinder ein und beantworten sie wahrheitsgemäß, altersentsprechend und kindgerecht. • Wir sensibilisieren Kinder in allen alltäglichen Situationen dafür, dass sie ihre Grenzen wahrnehmen, erkennen und benennen können. Wir unterstützen sie dabei, „Nein“ oder „Stopp“ zu sagen, wenn sie etwas nicht möchten und es zu respektieren, wenn sie von einem anderen Kind eine Grenze gesetzt bekommen. Sie sind es, die über ihren eigenen Körper bestimmen dürfen. Diese Erfahrung trägt wesentlich dazu bei, dass Kinder lernen sich selbst zu schützen. • Wir stellen den Kindern ausgewählte Medien und Spielmaterialien zur Verfügung, die u.a. Themen wie Körper, Ich, Baby, Familienmodelle, Gefühle, Freundschaft und Liebe beinhalten. Wir achten darauf, dass die Texte und Bücher altersgerecht und möglichst diskriminierungsfrei sind. Geschlechtsidentität und Geschlechterrolle Geschlechtsbewusste Erziehung bietet jedem Kind die gleichen Chancen, seine Geschlechtsidentität zu entwickeln, ohne durch stereotype Sichtweisen und geschlechtsspezifische Zuschreibungen in Erfahrungs- und Entfaltungsmöglichkeiten eingeschränkt zu werden.
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