Sexualpädagogisches Konzept - Evangelisches Familienzentrum Hansenhaus

7 Zu einer geschlechtsbewussten Erziehung gehört, dass • Kinder nicht aufgrund ihres Geschlechts beurteilt oder in ihren Erfahrungsmöglichkeiten eingeschränkt werden. • wir im Alltag gemeinsam mit den Kindern unsere geschlechtsstereotypen Erwartungen kritisch hinterfragen, darüber diskutieren und die Vielfalt erkennen. • Kinder erkennen, dass eigene Interessen und Vorlieben nicht davon abhängen, welchen Geschlechts sie sich zugehörig fühlen. • Kinder erfahren, dass es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. • wir darauf achten, dass über unsere Sprache und die Sprache der Kinder keine geschlechtsspezifischen Vorurteile weitergegeben werden. • alle Kinder frei wählen können, womit sie spielen, in welche Rolle sie schlüpfen oder wie sie sich kleiden. • wir Bilderbücher bereithalten, in denen es auch geschlechtsuntypische Vorbilder gibt und sich die Vielfalt von Familien- und Beziehungsmodellen abbildet. • die Kinder unterschiedliche Familien- und Beziehungsmodelle kennenlernen und sie die Vielfalt respektieren und schätzen lernen. Wickeln/Toilettengang • Jeder Mensch hat das Recht auf (s)eine Intimsphäre. • Der Toiletten- und Wickelbereich ist ein besonders intimer Raum für Kinder. Wir achten darauf, dass die Intimsphäre und das persönliche Schamgefühl der Kinder respektiert werden und sind uns unserer hohen Verantwortung für die Körperlichkeit der Kinder bewusst. • In der Regel gehen die Kinder selbstständig auf die Toilette – es sei denn, das Kind wünscht eine Begleitung. Dies kann manchmal auch ein anderes Kind sein. Vorher sagen die Kinder in der Gruppe Bescheid und äußern, ob sie Hilfe brauchen oder werden von den Fachkräften gefragt, ob sie Unterstützung benötigen. • Die Toilettentür kann von den Kindern eigenständig verriegelt werden. • Die Kinder dürfen – je nach Verfügbarkeit der anwesenden Fachkräfte - selbst entscheiden, von wem sie gewickelt werden oder auf die Toilette begleitet werden möchten. • Die Fachkräfte begleiten die Wickelsituation sprachlich (Marte Meo). Auch wenn die Kinder noch nicht alle Worte verstehen, gibt die sprachliche Begleitung dem Kind ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Mit der Zeit verknüpfen die Kinder die Worte mit den Handlungen und können so die Wickelsituation aktiv mitgestalten (z.B. den Po heben, wenn die Windel unter den Po geschoben wird). • Neue MitarbeiterInnen erhalten eine ausführliche Einführung in die beziehungsvolle Pflege. Erst dann, wenn ein Kind Vertrauen zu ihnen aufgebaut hat und damit einverstanden ist, wickeln sie das Kind. • Bei personellen Engpässen, in denen keine Wunschfachkraft vorhanden ist, entscheidet die Fachkraft zum Wohle des Kindes, ob das Kind aus pflegerischen Gründen gewickelt werden muss oder noch auf die Bezugspersonen gewartet werden kann. Diese Situation wird mit dem Kind und den Bezugspersonen besprochen.

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