Konzeption kitas-marburg.de
1 Inhalt Vorwort ...................................................................................................................... 4 1. Rahmenbedingungen ..................................................................................... 5 1.1 Der Träger ..................................................................................................... 5 1.2 Lage und Einzugsgebiet ................................................................................ 5 1.3 Gesetzliche Grundlagen ................................................................................ 5 1.4 Art des Angebotes unserer Einrichtung ......................................................... 6 1.5 Öffnungszeiten .............................................................................................. 7 1.6 Schließzeiten................................................................................................. 7 1.7 Personal ........................................................................................................ 8 1.8 Beiträge ......................................................................................................... 8 1.9 Räumlichkeiten.............................................................................................. 8 1.10 Raumbeschreibungen ................................................................................... 9 1.10.1 Bauraum.............................................................................................. 9 1.10.2 Rollenspielraum................................................................................... 9 1.10.3 Spiel- und Leseraum...........................................................................10 1.10.4 Kreativraum ........................................................................................10 1.10.5 Lernwerkstatt/Frühstücksraum ...........................................................10 1.10.7 Wahrnehmungsraum ..........................................................................11 1.10.8 Turnraum ............................................................................................11 1.10.9 Außengelände ....................................................................................11 2. Werte, Grundsätze und Ziele unserer pädagogischen Arbeit ....................12 2.1 Unser Bild vom Kind .....................................................................................12 2.2 Religionspädagogik ......................................................................................13 2.3 Partizipation..................................................................................................13 3. Unsere Bildungsbereiche..............................................................................15 3.1 Ernährung.....................................................................................................16 3.1.1 Frühstück ...............................................................................................16 3.1.2 Gemeinsames Frühstück .......................................................................16 3.1.3 Mittagessen............................................................................................17
2 3.1.4 Imbiss ....................................................................................................17 3.1.5 Küche.....................................................................................................17 3.2 Bewegung ....................................................................................................17 3.3 Sprache ........................................................................................................19 3.4 Kreativität .....................................................................................................19 3.5 Musik ............................................................................................................20 Interne Angebote: ...............................................................................................20 Externe Angebote: ..............................................................................................20 3.6 Naturwissenschaften ....................................................................................20 3.7 Naturerfahrungen .........................................................................................21 3.8 Konstruktion und Technik .............................................................................22 3.9 Kompetenzen ...............................................................................................22 3.9.1 Lernkompetenz ......................................................................................22 3.9.2 Resilienz ................................................................................................22 3.9.3 Selbstkompetenz ...................................................................................22 3.9.4 Sozialkompetenz....................................................................................23 3.9.5 Medienkompetenz..................................................................................23 4. Unser pädagogischer Alltag .........................................................................24 4.1 „Was ist los in der Kindertagesstätte?“ .........................................................24 4.1.1 Rezeption...............................................................................................25 4.1.2 Frühdienstgruppe...................................................................................25 4.1.3 Frühstückszeit........................................................................................25 4.1.4 Stammgruppenzeit .................................................................................25 4.1.5 Morgenkreis und „Einwählen“ ................................................................26 4.1.6 Altersgleiche Gruppen ...........................................................................26 4.1.7 Essensgruppen ......................................................................................26 4.1.8 Abholzeit ................................................................................................26 4.1.9 Ruhezeit.................................................................................................27 4.1.10 Schlafzeit ....................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. 4.1.11 Freies Spielen.....................................................................................27 4.1.12 Imbiss .................................................................................................27 4.1.13 Singkreis.............................................................................................27 4.1.14 Experimente .......................................................................................27 4.1.15 Mundharmonika-Gruppe................ Fehler! Textmarke nicht definiert.
3 4.1.16 Turnen in der Kita ...............................................................................27 4.1.17 Biblische Erzählzeit.............................................................................27 4.2 Beobachtung und Dokumentation ................................................................28 4.3 Unternehmungen und Exkursionen ..............................................................28 4.4 Feste und Feiern ..........................................................................................29 4.5 Integration ....................................................................................................29 4.6 Eingewöhnung..............................................................................................30 4.7 Übergänge....................................................................................................31 4.7.1 Übergang Familie/Kleinkindgruppe – Kindergarten................................31 4.7.2 Übergang Kita – Schule .........................................................................31 5. Zusammenarbeit ............................................................................................33 5.1 Erziehungspartnerschaft...............................................................................33 5.2 Unsere KooperationspartnerInnen ...............................................................33 5.3 Zusammenarbeit im Team............................................................................35 5.4 Zusammenarbeit mit dem Träger .................................................................35 6. Maßnahmen und Qualitätsentwicklung .......................................................36 6.1 Beschwerdemanagement .............................................................................36 6.2 Maßnahmen der Qualitätsentwicklung .........................................................36 6.3 Schutzkonzept bei Kindeswohlgefährdung...................................................37 7. Schlusswort ...................................................................................................39 Quellennachweis.................................................................................................39
4 Vorwort Liebe Leser*innen! Mit der Ihnen vorliegenden Konzeption möchten wir unsere pädagogische Arbeit, unsere Philosophie, unsere christlichen Werte, unser Leitbild, Abläufe und Organisation transparent machen, damit Sie Einblicke in unsere Handlungsweisen und qualitative Arbeit bekommen können. Diese Konzeption ist in einem Prozess mit dem gesamten Team entstanden. Sie ist zu jeder Zeit erweiterbar und flexibel. Für uns steht das Kind an erster Stelle. Gemeinsam mit den Erziehungsberechtigten schaffen wir eine vertrauensvolle und fachliche Erziehungspartnerschaft, um jedes Kind mit seinen Ressourcen und Möglichkeiten individuell zu fördern und zu stärken. Wir sehen uns als ein offenes und kooperatives Team, das die Einrichtung mit viel Leidenschaft und Engagement mit Herz zusammenhält. Uns ist es sehr wichtig, dass sich Kinder und Familien gleichermaßen wohlfühlen. Wir geben den Kindern viele lernanregende Räume und Möglichkeiten und bieten ihnen so die Chance, sich individuell entwickeln zu können. „Kinder haben nur eine Kindheit. Darum mach sie unvergesslich!“ (unbekannt) In diesem Sinne: Lassen Sie Ihr Kind bei uns Kind sein … Wir freuen uns über Ihr Interesse. Haben Sie Fragen oder wollen Sie uns kennenlernen, dann melden Sie sich gerne bei uns. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen! Im folgenden Text verwenden wir gendersensible Sprache. Anke Hillig, Leiterin, überarbeitet August 2024
5 1. Rahmenbedingungen 1.1 Der Träger Die Kindertagesstätte Ockershausen ist eine evangelische Einrichtung. Das Gebäude ist Eigentum der Stadt Marburg. Der Träger ist der Gesamtverband der Evangelischen Kirchengemeinden in Marburg. Insgesamt gehören zehn Kindertagesstätten zum Gesamtverband (siehe 5.4Zusammenarbeit mit dem Träger). 1.2 Lage und Einzugsgebiet Die Kindertagesstätte ist Teil der Matthäuskirchengemeinde Ockershausen. Die Einrichtung befindet sich im Ortskern des ländlich geprägten Stadtteils Ockershausen und wurde 1965 erbaut. Im Jahre 1966 wurde der Kindergarten eröffnet. Das Einzugsgebiet umfasst den Stadtteil, bei freien Plätzen können jedoch auch Kinder aus dem gesamten Stadtgebiet aufgenommen werden. Es werden derzeit 99 Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt in der Einrichtung betreut. Im Herbst 2016 wurden der Anbau und weitere Renovierungsarbeiten abgeschlossen. 1.3 Gesetzliche Grundlagen Nach §22 SGB VIII hat die Tageseinrichtung einen gesetzlichen Auftrag zu erfüllen, der die Betreuung, Erziehung und Bildung der Kinder umfasst. Im Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch (HKJHG) werden die Aufgaben der Tagesseinrichtungen für Kinder klar definiert. Unser pädagogisches Konzept spiegelt die Arbeit nach dem Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan der Kinder von 0 bis 10 Jahren wider. Laut §26 SGB VIII hat die Tageseinrichtung für Kinder einen eigenständigen Bildungs- und Erziehungsauftrag. Sie ergänzt und unterstützt die Erziehung des Kindes in der Familie und soll die Gesamtentwicklung des Kindes durch allgemeine und gezielte Bildungs- und Erziehungsangebote fördern. Ihre Aufgabe ist es, insbesondere die geistige, emotionale und körperliche Entwicklung des Kindes anzuregen, seine Gemeinschaftsfähigkeit zu fördern und allen Kindern gleiche Entwicklungschancen zu geben. Nach §8a SGB VIII übernimmt die Tageseinrichtung einen Kinderschutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung. Unsere Einrichtung hat ein einrichtungsspezifisches Schutzkonzept entwickelt (siehe QM-Handbuch 10.1 Schutzkonzept bei Kindeswohlgefährdung).
6 1.4 Art des Angebotes unserer Einrichtung In unserer Einrichtung arbeiten wir nach dem teiloffenen Konzept. Den festen Bezugspunkt finden die Kinder in ihren fünf Stammgruppen, die von zwei bis drei pädagogischen Mitarbeiter*innen begleitet werden. Dort kommen die Kinder an, werden wahrgenommen und persönlich begrüßt, orientieren sich für diesen Tag und werden über den aktuell geöffneten Bereich, den Tagesablauf und geplante Aktionen und Projekte informiert. Täglich in der Zeit von ca. 9:30 Uhr bis 10:00 Uhr findet, wenn möglich, in den Stammgruppen ein Morgenkreis statt, in dem die Anwesenheit der Kinder besprochen wird. Des Weiteren werden ganzheitliche Aktionen, Spiele und Lieder zu den verschiedenen Bildungsbereichen (z.B. Förderung des kognitiven Bereiches, der Wahrnehmung, der Sprache etc.) angeboten. An drei Tagen in der Woche haben alle Kinder nach dem Morgenkreis die Möglichkeit, sich in verschiedene Bildungsbereiche einzuwählen (siehe 1.10 Raumbeschreibungen) oder an gezielten Kleingruppenangeboten teilzunehmen. Die teiloffene Arbeit bietet aufgrund ihrer Struktur, der Abläufe sowie der unterschiedlichen angebotenen Möglichkeiten und Anforderungen dem einzelnen Kind eine positive Vorbereitung auf den Alltag. Wir fördern damit die Entscheidungsfähigkeit, Problemlösefähigkeit, Neugierde, Vertrauen, Selbstständigkeit und Selbsttätigkeit der Kinder. Sie finden sich dadurch schnell im ganzen Haus zurecht und lernen viele Spiel- und Lernmöglichkeiten kennen. Ihr Sozialverhalten wird geschult, da sie mit vielen unterschiedlichen Kindern und Erwachsenen in Kontakt kommen. Falls ein Kind aber die Nähe und Sicherheit seiner vertrauten Umgebung braucht, hat es dazu selbstverständlich die Möglichkeit, solange es sie benötigt (siehe 4.6 Eingewöhnung). Manche Kinder spielen sehr gerne in den Räumen anderer Gruppen und außerhalb der Stammgruppenräume. Sie genießen es, Neues und Anderes kennenzulernen und auszuprobieren. Im sozialen Kontakt zu anderen Kindern und Erwachsenen erfahren sie Anregungen für ihre Wahrnehmung und ganzheitliche Entwicklung, d.h. sowohl im Bereich ihrer sozial-emotionalen wie auch ihrer körperlichen, kreativen und geistigen Fähigkeiten. Jedes Kind hat die Möglichkeit, sich seinen „Lieblingsmenschen“ auszuwählen. Wir sehen uns im Team als pädagogische Begleiter*innen, Vertraute, Tröster*innen, Helfer*innen, oft auch selbst Lernende und Staunende – es gibt jeden Tag etwas Neues und Interessantes mit den Kindern zu entdecken. Wir wollen, dass sich jedes Kind und alle Familien bei uns wohl fühlen.
7 1.5 Öffnungszeiten Unsere Kindertagesstätte hat von Montag bis Freitag von 7:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Platzart: Uhrzeit: Wochenstunden: Vormittagsplatz 7:00 Uhr – 12:00 Uhr 25,0 Mittagsplatz 7:00 Uhr – 14:00 Uhr 35,0 Ganztagsplatz 7:00 Uhr – 17:00 Uhr unter 45,0 Ganztagsplatz Plus 7:00 Uhr – 17:00 Uhr 45,0 und mehr 1.6 Schließzeiten Auszug aus der Ordnung der Evangelischen Tageseinrichtungen für Kinder: §5 Öffnungs- und Schließungszeiten: (1) Die Tageseinrichtung ist von Montag bis Freitag von 7:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. (2) Die Ferien der Tageseinrichtung für Kinder dauern längstens vier Wochen (davon die 3. bis 5. Ferienwoche der hessischen Schulferien) und werden in Abstimmung mit dem Träger und dem Elternbeirat zu Beginn eines jeden Jahres bekanntgegeben. Zusätzlich bleibt i.d.R. in der Zeit von vor Weihnachten bis Anfang Januar die Tageseinrichtung bis zu fünf Werktage geschlossen. (3) Die Tageseinrichtung kann an bis zu fünf Tagen im Jahr wegen besonderer Veranstaltungen (Fortbildungen des Fachpersonals, Betriebsausflug, Konzeptionstage, Teamtage o.ä.) geschlossen werden. Die Schließung wird den Personensorgeberechtigten spätestens einen Monat vorher in geeigneter Weise bekanntgegeben. (4) Die Tageseinrichtung muss geschlossen werden, wenn der Fachbereich Gesundheit (Gesundheitsamt) dies bei Auftreten ansteckender Krankheiten anordnet oder besondere betriebliche Gründe (zum Beispiel erhöhter Krankenstand des pädagogischen Personals) dies verlangen. Zu Beginn des Jahres werden die Eltern über die gesamten Schließtage des Jahres in Form eines Elternbriefes informiert.
8 1.7 Personal Unser Team besteht derzeit ausfolgenden Fachkräften: • 1 Leitung • 1 Stellvertretende Leitung • Pädagogische Fachkräfte • 1 Berufspraktikant*innen • verschiedene Praktikumsplätze • 1 Köchin • 1 Hauswirtschaftskraft + 1 Spülkraft • 1 Reinigungskraft Unser Team nimmt regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen teil. Ein/e Erzieher*in im Anerkennungsjahr findet jährlich einen Ausbildungsplatz bei uns. Wir bieten verschiedene Praktikumsmöglichkeiten, unter anderem für Fachoberschüler*innen und Sozialassistent*innen. Außerdem können ein Freiwilliges Soziales Jahr sowie Schul- und Kurzzeitpraktika absolviert werden. 1.8 Beiträge Aktueller Stand: siehe Webseite www.kitas-marburg.de unter „Plätze und Kosten“ 1.9 Räumlichkeiten Unsere Raumgestaltung orientiert sich an den Grundbedürfnissen der Kinder. Kinder haben bei uns die Möglichkeit, in kindgerechter Umgebung • neue Dinge zu entdecken; • Bewegungserfahrungen zu machen; • Sprachförderung im Alltag zu erleben; • zu konstruieren und zu experimentieren; • sich zurückzuziehen und zu entspannen; • kreativ zu sein und im Spiel in fremde Rollen zu schlüpfen; • Naturerfahrungen zu sammeln; • Religion zu erleben; • mit Freude zu lernen; • sich als Teil einer Gemeinschaft zu erleben; • emotionale Entwicklung und soziales Lernen zu erleben.
9 1.10 Raumbeschreibungen Die Räume in der Kita sind als Funktionsräume eingerichtet. Jeder Raum hat seinen besonderen Schwerpunkt an Spielmaterialien, sodass die Kinder sich nach ihren Interessen in die jeweiligen Räume einwählen können (siehe 4.1.5Morgenkreis und „Einwählen“). Im Folgenden beschreiben die Kinder, welche Funktionen und Schwerpunkte die einzelnen Räume haben. 1.10.1 Bauraum „Im Bauraum spiele ich am liebsten mit den Autos“, sagt Stefan1. „Ich baue gerne ganz hohe Türme“, sagt Melanie. Fritz erzählt, dass man im Bauraum mit Duplo und Lego spielen kann, und Lisa, dass man mit Klötzen spielen und mit den „Aufräum-LKWs“ aufräumen kann. 1.10.2 Rollenspielraum „Ich spiele gerne Piraten mit Kim“, sagt Lisa mit freudiger Stimme. „Am coolsten ist es, in der Höhle zu spielen“, fügt Fritz hinzu. Melanie erzählt, dass sie mit ihren Freund*innen gerne in der Puppenecke spielt: „Da kann man kochen und mit dem Essen spielen.“ 1 Aus Datenschutzgründen wurden die Namen geändert.
10 1.10.3 Spiel- und Leseraum Oskar und Fritz erzählen, dass man dort Bücher anschauen kann. „Da kann man Spiele wie das Monsterlabyrinth spielen“, sagt Fritz und fügt hinzu, dass man auf der Couch auch kuscheln kann. Inga wählt sich gerne in den Raum ein, um zu puzzeln. 1.10.4 Kreativraum „Da kann man was ganz Großes basteln“, freut sich Lisa. Fritz erzählt, dass er im Kreativraum schon mal einen Drachen gebastelt hat. Sina macht gerne Glitzerbilder und fädelt Perlen auf. „Ich male gerne einen bunten Kreis“, sagt Murat. 1.10.5 Lernwerkstatt / Legoraum „Wir experimentieren da“, sagt Fritz, als er nach seinen Erfahrungen in diesem Raum gefragt wird. „Wir sehen, wie Tornados funktionieren“, sagt Oskar, und Stefan ergänzt: „Mit Gummibändern kann man Muster machen.“ „Wir spielen in der Erbsen- und Bohnenwanne“, erzählt Niko. Und Jessy spielt am liebsten mit den Magneten. „Vor dem Morgenkreis kann ich da immer zum Frühstücken“, ergänzt Albert.
11 1.10.7Wahrnehmungsraum „Da kann man Bücher lesen, sich aufs Wasserbett legen, kuscheln und schlafen“, erzählt Murat. Nils spielt gerne mit dem Zaubersand und dem Erbsenbad. Anika erwähnt, dass sie zusammen mit Sabrina das Fühlmemory liebt. 1.10.8 Turnraum Als die Kinder nach dem Turnraum gefragt wurden, haben sie sich gegenseitig Schlagworte zugerufen: • Turnen und Autofahren • Biblische Erzählzeit • Singkreis • Klettern • Schaukeln • Fangen spielen • Toben • Ball spielen • Fußball spielen 1.10.9 Außengelände „Vom Klettergerüst kann man eine Stange runterrutschen“, sagt Michael. Jens erzählt, dass er gerne im Sandkasten buddelt und draußen Fangen spielt. Fritz sagt: „Da kann man schaukeln und rutschen.“ Stefan liebt es, „am Matschtisch mit Matsch zu matschen“. „Bagger, Schubkarren und große LKWs findet man im Schuppen“, sagt Caro, und Fritz erzählt, dass man auf Fahrzeugen fahren und Holzpferde reiten kann. „Am liebsten spiele ich mit meinen Freunden Fußball im Garten“, sagt Murat.
12 2. Werte, Grundsätze und Ziele unserer pädagogischen Arbeit 2.1 Unser Bild vom Kind Kinder sind der Beginn von etwas ganz Wundervollem. „In unserem christlichen Selbstverständnis sehen wir jedes Kind als ein Geschöpf Gottes an.“ (Diakonie Hessen) Mit all seinen individuellen Kompetenzen und Eigenschaften ist jedes Kind einzigartig und trägt zu einer vielfältigen Gemeinschaft bei. Kinder brauchen eine liebevolle, sichere und anregende Umgebung, um sich zu lebendigen und wissbegierigen Forscher*innen, Entdecker*innen und Baumeister*innen ihrer Welt zu entwickeln. Für uns sind Kinder Teil der Gemeinschaft, die mit ihren Ideen ernst genommen und wertgeschätzt werden und somit zu einem positiven Miteinander beitragen. Wir als pädagogische Fachkräfte übernehmen Verantwortung, sehen und nutzen die Kompetenzen der Kinder, geben Raum und Zeit, schaffen Vertrauen, sind Vorbilder und holen jedes Kind dort ab, wo es in seiner emotionalen, sozialen und körperlichen Entwicklung steht. „Ein Kind ist wie ein Schmetterling im Wind. Manche fliegen höher als andere, aber alle fliegen so gut sie können. Sie sollten nicht um die Wette fliegen, denn jedes Kind ist anders, jeder ist speziell und jeder ist wunderschön!“ (Lisa Stentenbach)
13 2.2 Religionspädagogik Als evangelische Kindertagesstätte ist Religion ein fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Die religionspädagogische Arbeit basiert auf der Vermittlung von christlichen Werten und Normen. Unsere Kinder erfahren in allen Tätigkeiten Liebe und Wertschätzung und können dadurch gegenseitiges Vertrauen aufbauen. Uns ist es wichtig, dass in der Gemeinschaft jedes Kind so angenommen wird, wie es ist. Durch unsere wöchentliche biblische Erzählzeit, die in Kooperation mit unserem Pfarrer stattfindet, wird die christliche Haltung und das dazugehörige Menschenbild vermittelt. Neben dem wöchentlichen Angebot ist die Religion stetige Begleiterin unseres Alltags. Dies findet in Form von täglichen Tisch- und Schlafgebeten, Vorbereitung von christlichen Festen und Gesprächen in den Morgenkreisen statt. Hierbei erlernen die Kinder religiöse Lieder, die Bedeutung der verschiedenen Feste, Rituale und Bräuche. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Matthäusgemeinde ermöglichen wir den Kindern, die Kirche und ihre Abläufe kennenzulernen. Um die Feste innerhalb der Familie zu etablieren, werden Kinder und Erziehungsberechtigte in die Vorbereitung und Durchführung der Feste und Gottesdienste einbezogen (z.B. Gründung eines Elternchores, Kinderchor, Krippenspiel usw.). 2.3 Partizipation Für uns ist die Beteiligung, Mitwirkung und Mitbestimmung der Kinder und ihrer Bildungsprozesse im Kindergartenalltag von großer Bedeutung. Es wird auf eine aktive Mitsprache und Mitbestimmung des einzelnen Kindes geachtet, die ihm hilft, selbstständige und soziale Erfahrungen zu sammeln. Wir achten darauf, dass das Kind reale Handlungsräume sowie Mitgestaltungseinflüsse erfährt. Uns ist es wichtig, dass jedes Kind in seiner Einzigartigkeit, mit seinen Meinungen, Vorschlägen und Wünschen gehört und ernst genommen wird. Während des freien Frühstücks haben die Kinder die Möglichkeit, jeden Tag selbstständig zu entscheiden, wann und mit wem sie frühstücken möchten. Der Morgenkreis und der Stammgruppentag werden von den Kindern mitgestaltet. An drei Tagen in der Woche wählen sich die Kinder nach ihren Interessen und Wünschen in die Funktionsräume ein. Sie haben zudem die Möglichkeit, selbst darüber zu entscheiden, mit wem sie im Laufe des Kita-Alltags spielen möchten. Relevante Regeln und Entscheidungen in der Kita werden mit den Kindern gemeinsam besprochen, überprüft und, wenn erforderlich, verändert oder aufgelöst. Anhand eines
14 „Wahlsystems“ kann mit den Kindern eine demokratische Entscheidung getroffen werden. Im Rahmen von Aktionen und Projekten bietet sich den Kindern die Möglichkeit, diese zu gestalten und weiterzuentwickeln. Wir als pädagogische Fachkräfte stehen ihnen hierbei zur Seite, begleiten und unterstützen sie auf ihren Wegen. Wir trauen den Kindern Herausforderungen zu und vermitteln ihnen Sicherheit. Durch unseren Alltag werden den Kindern die Grundzüge der Demokratie nähergebracht. Sie lernen, ihre Meinung frei zu äußern und zu vertreten sowie die Meinungen anderer Kinder zu hören und bei Bedarf zu diskutieren. Unsere Gruppensymbole
15 3. Unsere Bildungsbereiche Kinder lernen zu jeder Zeit und in allen Bereichen des Lebens. Kinder wollen die Welt verstehen. Sie sind wissbegierig, aufnahmefähig und neugierig. Kinder entscheiden selbst, was sie lernen wollen, und konstruieren ihr Lernumfeld. Durch ihr spielerisches Lernen können Kinder ihren Alltag gestalten und mitbestimmen. In unserer Einrichtung legen wir Wert darauf, die Kinder aktiv in den Lernprozess einzubeziehen. Durch die verschiedenen Funktionsräume wird das selbstständige Handeln, Denken und Experimentieren gefördert. Freude und Lust sind uns hierbei sehr wichtig. Wir sehen uns in diesem Prozess als Begleitung und geben den Kindern die nötige Sicherheit in ihrem Tun und Handeln. Kindgerechte Bildung findet bei uns in Form von unterschiedlichen gruppeninternen und gruppenübergreifenden Angeboten sowie im Freispiel und anderen Spielformen statt.
16 3.1 Ernährung „Wo die Liebe den Tisch deckt, schmeckt das Essen am besten!“ (französisches Sprichwort) Um den Kindern das Essen als positives Ritual vermitteln zu können, erlernen sie einen gepflegten Umgang am Tisch, wodurch eine ruhige und offene Atmosphäre entsteht. Die Mitarbeiter*innen dienen als Vorbilder und regen ebenso die Tischgespräche an. Diese wertvolle Zeit wird dafür genutzt, um die Beziehung in der Gemeinschaft zu stärken und zu vertiefen. Ein wichtiger Bestandteil des Essens ist das Gebet. Wir sprechen das Gebet am Anfang der Mahlzeiten gemeinsam mit den Kindern. Hier liegt der Fokus auf der Dankbarkeit gegenüber Gott und der Wertschätzung seiner Gaben. „Lass mich, ich kann das schon!“ Die Selbstbestimmung spielt eine große Rolle. So können die Kinder selbst darüber entscheiden, welche Teile der Mahlzeiten sie zu sich nehmen, werden aber bei ihnen unbekannten Lebensmitteln ermutigt, diese zu probieren, um ihren Geschmackssinn weiterzuentwickeln. Die Kinder füllen sich das Essen eigenständig auf ihre Teller. Dabei lernen sie die Nahrungsmenge einzuschätzen und das eigene Sättigungsgefühl wahrzunehmen. 3.1.1 Frühstück In unserer Einrichtung gibt es den zuckerfreien Vormittag. Dies bedeutet, dass nach dem morgendlichen Zähneputzen zu Hause bis zum Mittagessen nur kauaktive, zuckerfreie Lebensmittel gegessen werden. Das Frühstück bringen die Kinder in einer Brotdose von zu Hause mit. Wir stellen den Kindern Mineralwasser über den gesamten Tag zur Verfügung. Zum Frühstück wird zusätzlich Milch angeboten. Das Frühstück wird von einer pädagogischen Fachkraft begleitet und findet am Morgen in den verschiedenen Stammgruppen statt. 3.1.2 Gemeinsames Frühstück Jeden Freitag findet unser gemeinsames Frühstück statt. Dieses Frühstück unterscheidet sich von unserer freien Frühstückszeit. Da die Kinder alle zur gleichen Zeit frühstücken, haben sie die Möglichkeit, Gemeinschaft in ihrer Stammgruppe zu erfahren. Unser Ziel ist es, die Gemeinschaft zu fördern sowie die Selbstkompetenz
17 und das Sozialverhalten der Kinder zu stärken. Das gemeinsame Frühstück wird von der Kita gestellt. 3.1.3 Mittagessen Das Mittagessen findet in den Stammgruppen statt. Die Kinder holen nach dem Händewaschen im Wechsel das Essen aus der Küche. Wir decken mit ihnen den Tisch, sprechen ein Tischgebet und beginnen gemeinsam mit der Mahlzeit. 3.1.4 Imbiss Der Nachmittagsimbiss findet in mehreren Gruppen statt. Auch diese Mahlzeit wird von unserer Köchin zubereitet und abwechslungsreich gestaltet. Bei allen Mahlzeiten werden die Tische von den Kindern selbstständig gedeckt und abgeräumt. 3.1.5 Küche Unsere Speisen werden in der hauseigenen Küche täglich frisch zubereitet. Hierbei achten wir auf regionale, abwechslungsreiche und ausgewogene Lebensmittel. Wir bieten eine Vielzahl an Kostformen an, beispielsweise religionsorientierte, vegetarische sowie allergenfreie Kost, und gehen damit individuell auf jedes Kind ein. Alle Zusatzstoffe und Allergene werden auf den aushängenden Speiseplänen gekennzeichnet. 3.2 Bewegung Bewegung ist grundsätzlicher Bestandteil in jedem unserer Bildungsbereiche. In unserer Einrichtung haben die Kinder täglich die Möglichkeit, sich in den unterschiedlichen Funktionsräumen zu bewegen. Der Turnraum sowie das Außengelände können sowohl zur freien wie auch zur angeleiteten Bewegung genutzt werden. Hierbei stehen wir den Kindern begleitend zur Seite, um sie in ihren eigenen Fähigkeiten zu stärken. Vielfältige Angebote, zum Beispiel die Boulderwand im Turnraum, diverse Schaukeln und Materialen zur Körpererfahrung, Fahrzeuge auf dem Außengelände und ein Kletterparcours mit verschiedenen Ebenen, dienen dazu, die Freude und den Spaß an Bewegung anzuregen. Die Kinder haben stets die Möglichkeit, sich selbstbestimmt und eigenverantwortlich ihren Grenzen zu stellen und sie zu erweitern. Der daraus resultierende Erfahrungsschatz stärkt ihr Selbstkonzept.
18 Wir möchten die Kinder ermutigen, sich auf neue Bewegungserfahrungen einzulassen, und bieten ihnen zusätzlich vielfältige und altersübergreifende Ausflüge in die Natur an. Dazu zählen zum Beispiel • Spaziergänge zum nahegelegenen Heiligen Grund, • eine Wald- und Naturzeit sowie • Stadtteilerkundungen. Zusätzlich zu unseren Angeboten profitier/en wir von der Zusammenarbeit mit dem TSV Ockershausen und dem Verein für Psychomotorik. Alle in unserem Alltag angebotenen Bewegungserfahrungen verfolgen das Ziel, Körper-, Selbst-, Material- und Sozialerfahrungen zu stärken und zu fördern. „Die Dinge, die wir wirklich wissen, sind nicht die Dinge, die wir gehört oder gelesen haben. Vielmehr sind es die Dinge, die wir gelebt, erfahren und empfunden haben.“ (Calvin M. Woodwards)
19 3.3 Sprache Sprachliche Bildung findet täglich, überall und in allen Situationen im Alltagsgeschehen statt. Sprache ist eine grundlegende Voraussetzung für die emotionale und kognitive Entwicklung von Kindern. Wir begleiten die Kinder unterstützend bei der sprachlichen Lösung von Konflikten und helfen ihnen dabei, ihre Bedürfnisse und Gefühle ausdrücken zu können. Hierfür nutzen wir zusätzlich „Faustlos“2 und „H.I.T.“.3 Wir leiten die Kinder dazu an, ihre Meinung zu äußern und selbstständige Entscheidungen zu treffen. Die Fähigkeit zum Dialog stärken wir dadurch, dass wir den Kindern vermitteln zuzuhören, einander aussprechen zu lassen und auf die Äußerungen von anderen einzugehen. Durch Nachfragen und erklären lassen kann die pädagogische Fachkraft in allen Bereichen mit dem Kind ins Gespräch kommen und so wiederum zur Sprechfreude anregen. Mehrsprachigkeit ist kein Hindernis, sondern eine Chance. Den Kindern und Erziehungsberechtigten dieses Bewusstsein zu vermitteln, ist eine wichtige Aufgabe unserer Einrichtung. Die Erstsprache bildet die Basis für jeden weiteren Spracherwerb. Sprache muss gebraucht werden, um sie zu erwerben. Deshalb ist genügend Input durch Vorlesen, Singen etc. und die Förderung der Sprechfreude so wichtig. 3.4 Kreativität Kreativität und schöpferische Fähigkeiten sind jedem Kind gegeben. Kreativität ist in jedem Lebensbereich zu finden, sei es beim Bauen, Konstruieren, Theater und Rollenspiel oder beim Spielen und Experimentieren mit unterschiedlichen Materialien (zum Beispiel Sand, Matsch, Kleister, Holzfarben, Knete oder Naturmaterialien). In der Begegnung mit bildnerischer und darstellender Kunst entdeckt das Kind unterschiedliche Möglichkeiten, um seine Gefühle und Gedanken auszudrücken und darzustellen. Es entwickelt Freude am eigenen Gestalten und Darstellen sowie daran, in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Durch unser vielfältiges kreatives Angebot ermöglichen wir den Kindern unter anderem, alle Sinne bewusst und differenziert wahrzunehmen, eigene Gestaltungs- und Ausdruckswege zu entdecken, unterschiedliche Techniken und Werkzeuge auszuprobieren und künstlerisches Gestalten sowie Darstellen als Gemeinschaftsprozess zu erfahren. 2 Programm zur Gewaltprävention: www.h-p-z.de 3 Heidelberger Interaktionstraining: www.heidelberger-interaktionstraining.de
20 3.5 Musik Gemeinsames Singen, Musizieren und Tanzen fördern das soziale Lernen, die Kontakt- und Teamfähigkeit. Musik spricht Emotionen an und kann zur Ausgeglichenheit, Entspannung und emotionalen Stärke beitragen. Sie kann Kindern als Medium dienen, um sich mitzuteilen, Gefühle zu äußern, aber auch emotionale Spannungen abzubauen. (Hessischer Bildungsplan, Fthenakis et al. 2007) Musik ist in unseren gesamten Alltag integriert. Neben den räumlichen Angeboten gibt es sowohl interne als auch externe Angebote: Interne Angebote: • Täglicher Morgenkreis in den Stammgruppen • Singkreis (wöchentlich gemeinsam im Turnraum) • Gebetslieder vor und nach dem Essen • Bewegungsspiele • Hörspiele • Finger- und Rhythmusspiele • Einsatz von unterschiedlichen Instrumenten unter Anleitung der Erwachsenen • Musikalische Begleitung bei Festen und Feiern der Einrichtung Externe Angebote: • Biblische Erzählzeit • Musikalische Beteiligung an kirchlichen Festen und Feiern „Musik ist überall, alles, was du tun musst, ist lauschen.“ (Klang des Herzens) 3.6 Naturwissenschaften Naturwissenschaftliches Lernen fördert die Entwicklung von allen Sinnen, Gefühlen und intellektuellen Fähigkeiten. Es ist ein ganzheitliches Lernen. Es ermöglicht den Kindern, Wissen über verschiedene Themen zu erwerben und Alltagserfahrungen zu sammeln. Durch unser vielfältiges Angebot ist die Vermittlung von naturwissenschaftlichen Grundkenntnissen in unserem pädagogischen Alltag vertreten. Unsere Lernwerkstatt bietet den Kindern durch verschiedene Materialien und einer Grundausstattung für Experimente großzügige Möglichkeiten, ihrer angeborenen Neugier nachzugehen und eigene Interessen zu vertiefen. Die Experimente werden unter Anleitung der
21 pädagogischen Fachkräfte durchgeführt. Des Weiteren besteht für die Kinder die Möglichkeit, durch das Außengelände und den Gartenbereich die direkte Umwelt mitzugestalten und biologische Prozesse zu verstehen. Neben den Angeboten innerhalb des Hauses können die Kinder an vielfältigen Angeboten außerhalb des Kita-Geländes teilnehmen. Hierzu zählen unter anderem die Waldwochen, die Naturzeit und der Besuch der naturwissenschaftlichen Fakultäten im Rahmen der Kinder-Uni. Allgemein bieten sich den Kindern in unserem Kita-Alltag viele Möglichkeiten, die belebte und unbelebte Natur kennenzulernen und zu erforschen. 3.7 Naturerfahrungen Natur wird unmittelbar erlebt und begriffen. Der behutsame Umgang mit jeder Art von Leben wird erfahren und gelernt. Wer Wald und Natur als Kind kennen und schätzen lernt, wird auch als Erwachsener verantwortungsbewusster mit der Natur umgehen. Naturerfahrungen finden in unserer Einrichtung in vielfältigen Aktionen, Projekten und Angeboten statt. Wir bieten allen Kindern von Beginn an die Möglichkeit, Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen und zu erleben. Dies geschieht beispielsweise in Form von Ausflügen in die nahegelegenen Wald- und Wiesengebiete sowie an die Lahn. Auf unserem Außengelände haben die Kinder jeden Tag die Möglichkeit, mit Naturmaterialien zu spielen und zu experimentieren sowie verschiedene Tiere und Pflanzen zu beobachten. Uns ist es wichtig, gemeinsam mit den Erziehungsberechtigten das Natur- und Umweltbewusstsein der Kinder zu entwickeln und zu stärken.. In Kooperation mit anderen Bildungseinrichtungen besteht die Möglichkeit, Angebote wie zum Beispiel das Bildungshaus wahrzunehmen. Die Kinder im letzten Kindergartenjahr (Schulis) werden eine mehrwöchige Waldzeit erleben. Parallel zur Waldzeit bieten wir für alle anderen Kindergartenkinder eine naturorientierte Projektzeit an.
22 3.8 Konstruktion und Technik In unserer Einrichtung ermöglichen wir Kindern die Erfahrung und Auseinandersetzung mit der technischen Umwelt in Form von Fahrzeugen, Haushaltsgeräten und Werkzeugen. Auch können sie mit verschiedenen Materialien bauen und konstruieren. Unser Ziel ist es, den Kindern Chancen und Gefahren bewusst zu machen und ihnen Verständnis und Einsicht zur nachhaltigen Nutzung von technischen Geräten zu ermöglichen. 3.9 Kompetenzen 3.9.1 Lernkompetenz Wir sehen uns als wertschätzende Lernpartner*innen der Kinder. Dabei ist es uns wichtig, das Interesse des Kindes im Blick zu haben, um ihm den Weg für ein lebenslanges selbstgesteuertes Lernen zu ebnen. Bereits von klein auf zeigen Kinder Freude und Neugier am Entdecken, Forschen und Lernen, um sich ihre Welt zu erschließen. In der Interaktion mit Kindern und Erwachsenen und in der täglichen Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt entwickeln sie bei uns ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten, um selbstständig Wege zu finden und Probleme zu lösen. 3.9.2 Resilienz Resilienz ist die Fähigkeit der Kinder, schwierige Lebenssituationen autonom zu meistern und dabei gegebenenfalls Hilfe und Unterstützung einzufordern. Dazu nutzen sie ihre eigenen Ressourcen, die sich in verschiedenen Facetten äußern. Zum Beispiel ziehen sie sich in Fantasiewelten zurück, in denen sie zur Ruhe kommen können, sie trennen ihre Lebenswelten, um den Alltag zu bewältigen, oder sie leben ihre Gefühlswelt expressiv aus, um sie zu verarbeiten. Hierfür suchen sie sich häufig Unterstützung von einer Bezugsperson, wofür sie in uns wertschätzende und verlässliche Partner*innen finden. 3.9.3 Selbstkompetenz Nur wenn Kinder sich selbst als wertvoll und wirksam erleben, können sie ein gesundes Selbstvertrauen aufbauen, um sich ihren Herausforderungen im Alltag stellen zu können. Wir legen großen Wert auf Anerkennung und Lob. Jedes Kind wird dort abgeholt, wo es gerade in seiner Entwicklung steht. Durch die Bindung an feste Bezugspersonen
23 und durch klare Rahmenbedingungen schaffen wir für die Kinder einen Ort, an dem sie Sicherheit, Geborgenheit, Vertrauen und Wertschätzung erfahren. Im Laufe der Kindergartenzeit lernt das Kind, sich selbst und andere einzuschätzen. 3.9.4 Sozialkompetenz In unserer Einrichtung legen wir großen Wert auf die Förderung sozialer Kompetenzen. Wir möchten, dass die Kinder sich zu empathischen, kooperations- und teamfähigen Menschen entwickeln. Kinder erleben bei uns Gemeinschaft und bringen sich ganzheitlich in diese ein. Uns ist es wichtig, dass Kinder ihre eigene Meinung vertreten können und Standpunkte von anderen Kindern akzeptieren lernen. Durch vielfältige soziale Angebote befähigen wir Kinder dazu, Kompromisse auszuhandeln und Regeln einzuhalten. Kinder lernen bei uns, ihre Konflikte in angemessener Weise zu lösen. Sie übernehmen Verantwortung für sich und andere. 3.9.5 Medienkompetenz Medien, vor allem die Nutzung elektronischer Medien, sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Aus diesem Grund ist es uns ein Anliegen, den Kindern eine verantwortungsvolle Kompetenz und Selbstständigkeit im Umgang mit Medien zu vermitteln. Das Recht am Bild nehmen wir sehr ernst, so wird jedes Kind vor Benutzung der Medien gefragt, ob es dies möchte. In unserer Einrichtung nutzen wir verschiedenste Medien wie Bücher, Bilderbuch-Kino, Kamishibai4, PC, Tablet, Videokamera und Fotoapparat. In Medien-Projekten und im Alltag lernen die Kinder unter Anleitung den sicheren Umgang mit diesen Techniken. 4 Das Kamishibai ist ein bildgestütztes Erzähltheater.
24 4. Unser pädagogischer Alltag 4.1 „Was ist los in der Kindertagesstätte?“ Zeiten Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag 7:00– 9:00 Uhr Begrüßung an der Rezeption 7:00– 8:00 Uhr Frühdienstgruppe 7:00– 9:20 Uhr Frühstückszeit StammgruppenFrühstück von der Kita (9:00–9:45 Uhr) 8:00– 10:00 Uhr Stammgruppenzeit (SZ) SZ mit Morgenkreis und Einwählen in die Aktionen SZ mit Morgenkreis SZ mit Morgenkreis und Einwählen in die Aktionen SZ mit Morgenkreis und Einwählen in die Aktionen 10:00– 12:00 Uhr Aktionszeit Stammgruppentag Aktionszeit in den Bildungsbereiche n (BB) Aktionszeit Altersgleiche Gruppen • Schulis • Mittlere • Kleine Aktionszeit in den BB • Biblische Erzählzeit Aktionszeit in den BB • Singkreis 12:00– 13:00 Uhr Essenszeit in 5 Essensgruppen 13:00– 14:00 Uhr Abhol- und Freises Spielen in verschiedenen Funktionsbereichen 13:00– 14:00 Uhr Ruhige Zeit für alle Kinder 13:00– 15:00 Uhr Freies Spielen in verschiedenen Funktionsbereichen 15:00– 15:30 Uhr Imbiss 15:30– 16:45 Uhr Abholzeit und freies Spielen 17:00 Uhr Kita schließt „Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen!“
25 (Astrid Lindgren) Im Folgenden werden einzelne Begriffe und Aktivitäten aus der Wochenplantabelle erläutert. Es werden sowohl die Ansichten der Kinder als auch die der Mitarbeiter*innen dargelegt. 4.1.1 Rezeption Unsere Rezeption ist morgens die erste Anlaufstelle für Kinder und Erziehungsberechtigte, wo sie von einem/einer Mitarbeiter*in begrüßt werden. Uns ist es wichtig, jede/n in unserem Haus wahrzunehmen und willkommen zu heißen. Hier haben Erziehungsberechtigte die Möglichkeit, persönlich oder telefonisch aktuelle und wichtige Informationen auszutauschen und die Fehlzeiten des Kindes weiterzugeben. Für eine gute Planung und Übersicht ist es nötig, die Anwesenheit der Kinder in einer Gruppenliste zu führen. Die Kinder melden sich beim Ankommen mit BilderSchlüsselanhängern an, indem sie diesen an die Rezeptionstafel hängen. Unser Ziel ist es dabei, die Eigenverantwortlichkeit der Kinder zu fördern, indem sie sich selbstständig an- oder abmelden. Die Rezeptionstafel ermöglicht allen einen Gesamtüberblick über den Tag. 4.1.2 Frühdienstgruppe In der Frühdienstgruppe ist es uns wichtig, den Kindern einen ruhigen Start in den Tag zu ermöglichen. Sie werden in einem Funktionsraum in Empfang genommen und haben dort die Möglichkeit, im Kindergartenalltag anzukommen. Ab 8:00 Uhr gehen die Kinder mit einem/einer Erzieher*in in ihre Stammgruppe. 4.1.3 Frühstückszeit Am Freitag findet ein gemeinsames Frühstück in der Stammgruppe von 9:00 Uhr bis 9:45 Uhr statt. Montag bis donnerstags haben die Kinder die Möglichkeit, zwischen 7:00 Uhr und 9:20 Uhr in den verschiedenen Stammgruppen zu frühstücken (für genaue Ausführungen siehe 3.1 Ernährung). 4.1.4 Stammgruppenzeit Am Montag findet in unserem Haus ein Stammgruppentag statt, an dem die Kinder in ihrer eigenen Gruppe die „Aktionszeit“ gemeinsam verbringen. Dieser Tag wird individuell mit Kindern und Erzieher*innen wöchentlich neugestaltet. Bis zum Morgenkreis können die Kinder spielen, frühstücken und in ihrem eigenen Tempo ankommen.
26 4.1.5 Morgenkreis und „Einwählen“ Der Morgenkreis findet täglich in jeder Stammgruppe statt. Durch ein vielseitiges Angebot, wie z.B. Fingerspiele, Lieder, Geschichten und Rituale, fördern wir Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer und Geduld. Ein guter Übergang zwischen Stammgruppen- und Aktionszeit wird durch das gemeinsame „Einwählen“ in die Bildungsbereiche erreicht. In jeder Stammgruppe befindet sich eine „Einwahltafel“, wo sich die Kinder mit ihrem Foto-Schlüsselanhänger, verbindlich für den Vormittag, nach ihren Vorlieben einwählen können. Somit ermöglichen wir den Kindern, ihren Interessen nachzugehen und diese weiterzuentwickeln. Es ist nicht immer möglich, im „Wunsch-Bildungsbereich“ zu spielen. Dadurch erlernen die Kinder Flexibilität und die Fähigkeit Absprachen zu treffen und ihre Frustrationstoleranz werden gestärkt. 4.1.6 Altersgleiche Gruppen Einmal in der Woche treffen sich Kinder gleichen Alters in separaten Gruppen (Schuli-Treff, Mittlere und Kleine) und führen altersspezifische Aktionen durch. Stammgruppenübergreifende Freundschaften können gefördert werden und es wird auf den jeweiligen Entwicklungsstand der Gruppen individuell eingegangen. 4.1.7 Essensgruppen Für genaue Ausführungen siehe 3.1 Ernährung 4.1.8 Abholzeit Es gibt verschiedene Abholzeiten, die platzgebunden sind. Die Vormittagskinder müssen bis 12:00 Uhr abgeholt sein, die Mittagskinder sollen in der Zeit zwischen 13:00 Uhr und 14:00 Uhr abgeholt werden. Die Ganztagskinder können individuell nach Absprache mit den Erziehungsberechtigten jederzeit ab 14:00 Uhr abgeholt werden, jedoch spätestens bis 17:00 Uhr. Zu genaueren Angaben der Plätze siehe 1.5 Öffnungszeiten
27 4.1.9 Ruhezeit Nach dem Mittagessen haben die Kinder, die Möglichkeit, in ruhiger Atmosphäre zu spielen. In dieser Zeit werden Bücher vorgelesen und Tischspiele angeboten sowie Freispiel in den Funktionsräumen oder auf dem Außengelände. Ziel ist es, dass die Kinder einen ruhigen und entspannten Übergang vom Vormittag in die Freispielzeit am Nachmittag erleben. 4.1.10 Freies Spielen Im Tagesablauf gibt es außerhalb der Aktionszeit Freispielphasen. Hierbei können die Kinder je nach Interessenslage selbstständig aus dem Angebot wählen, was, wo und mit wem sie spielen möchten. Dies findet sowohl in den Funktionsräumen als auch auf dem Außengelände statt. 4.1.11 Imbiss Für genaue Ausführungen siehe 3.1.4 Imbiss 4.1.12 Singkreis Jeden Freitag findet im Turnraum ein Singkreis statt. Ein/e Mitarbeiter*in ist zuständig für die Leitung des Singkreises. Alle Kinder nehmen daran teil. Die Lieder werden mit einem Instrument begleitet und teilweise mit Gebärden unterstützt. Dort werden gemeinsam Lieder zu verschiedenen Themen und Anlässen gesungen. Diese könnten sein: • Christliche Lieder • Bewegungslieder • Spaßlieder • Altes Liedgut • Jahreszeitenbezogene Lieder 4.1.14 Experimente Für genaue Ausführungen siehe 3.6 Naturwissenschaften 4.1.15 Turnen in der Kita Für genaue Ausführungen siehe 3.2 Bewegung 4.1.16 Biblische Erzählzeit Durch unsere wöchentliche biblische Erzählzeit, die in Kooperation mit unserem Pfarrer stattfindet, wird die christliche Haltung und das dazugehörige Menschenbild vermittelt. So können z.B. die Barmherzigkeit und das Teilen über die Sankt-Martins-
28 Geschichte nähergebracht werden. Im Rollenspiel ist dies schön zu veranschaulichen und aus einem Medienprojekt entwickelte sich einen Stopp-Motion-Film. Die Themen werden mit dem Pfarrer und den religionspädagogischen Fachkräften aus jeder Stammgruppe Anfang des Jahres vorbereitet und gestaltet. Alle zwei Wochen gestaltet der Pfarrer mit einer religionspädagogischen Fachkraft die biblische Erzählzeit. Diese Fachkraft vertieft in der darauffolgenden Woche dieselbe Geschichte. Uns ist es wichtig, dass die Erzählzeit von leiser Musik, dem immer wiederkehrenden Gebet, der Klangschale und einer Kerze untermalt wird, um den Kindern Sicherheit und ein Ritual zu geben. Die Kinder werden dabei auch bei Rollenspielen mit einbezogen. Zu unserer Haltung zur christlichen Religionspädagogik siehe 2.2 Religionspädagogik 4.2 Beobachtung und Dokumentation Beobachtungen und Dokumentationen sind wichtige Schlüsselprozesse für eine gute pädagogische Arbeit. Während der alltäglichen Arbeit in der Kindertagesstätte und durch die Kooperation mit diversen Partner*innen (zum Beispiel Ergotherapeut*innen, Logopäd*innen und Schulen) erhalten wir ein breites Spektrum an Einblicken in die Lebenswelt der Kinder. Eine ganzheitliche Sicht auf das Kind erlangen wir durch ein offenes und strukturiertes Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren. Dazu dienen uns verschiedene Beobachtungs- und Dokumentationsbögen, Protokolle und Kinderinterviews im Rahmen der Portfolioarbeit. Aufgrund unseres teiloffenen Konzeptes haben wir die Möglichkeit, innerhalb der Funktionsräume durch alle pädagogischen Fachkräfte ein differenziertes Bild jedes einzelnen Kindes zu erlangen. Durch das Erkennen von Interessen, Talenten und Ressourcen wird eine individuelle Förderung ermöglicht. 4.3 Unternehmungen und Exkursionen Durch ein vielfältiges Angebot an Unternehmungen und Exkursionen erweitern wir die Lebens- und Wissenswelten der Kinder. Dabei nutzen wir ein breites Spektrum an städtischen, universitären und lokalen Angeboten. Die Auswahl der Ausflüge orientiert sich an den Bedürfnissen und Interessen der Kinder. Hierbei arbeiten wir alters- und situationsbezogen. Uns ist es wichtig, dass die jüngsten Kinder noch nicht an Exkursionen teilnehmen. Der Schwerpunkt liegt hier auf dem Ankommen und Eingewöhnen in der Kita. Sie lernen die Räumlichkeiten und das
29 Außengelände kennen. Die mittleren Kinder erkunden die nähere Umgebung der Kindertagesstätte, zum Beispiel den „Heiligen Grund“ und verschiedene Spielplätze. Darauf folgen in den nächsten Jahren größere Ausflüge in Verbindung mit Busfahrten. Im letzten Kindergartenjahr beginnen die Vorbereitungen auf die Schulzeit. Unterstützend werden Ausflüge über einen längeren Zeitraum unternommen sowie lokale Bildungsangebote genutzt, so werden zum Beispiel die Feuerwehr, die Polizei und der Verkehrsgarten besucht. 4.4 Feste und Feiern An religiösen und jahreszeitlichen Festen und Feiertagen ist uns der traditionelle Hintergrund besonders wichtig. Rituale und Bräuche bleiben durch die Wiederholung lebendig und werden an die Kinder weitergegeben. In unserer evangelischen Einrichtung legen wir großen Wert auf die christlichen Feste. Ostern, Erntedank, Sankt Martin, Nikolaus und Weihnachten werden, in Zusammenarbeit mit der Kirche, gemeinsam mit den Kindern vorbereitet und in einem Gottesdienst umgesetzt. Neben den christlichen Festen feiern wir auch noch Kita-Feste wie das Sommerfest, das Kennenlernfest oder das Lichterfest, die ebenfalls Tradition haben und von den Erziehungsberechtigten unterstützt werden. Sie dienen speziell dazu, den Austausch zwischen Familien, Mitarbeiter*innen und Erziehungsberechtigten anzuregen. 4.5 Integration „Bisher war es wichtig, dass jeder, der anders ist, die gleichen Rechte hat. In Zukunft wird es wichtig sein, dass jeder das gleiche Recht hat, anders zu sein.“ (Willem De Klerk, Friedensnobelpreisträger und ehem. Vizepräsident von Südafrika) Ganz im Sinne von W. De Klerk werden in unserer Einrichtung auch Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf betreut. Wir als pädagogische Fachkräfte sehen die gemeinsame Bildung, Erziehung und Betreuung aller Kinder als selbstverständliche Aufgabe. Hierbei spielen weder Herkunft noch Geschlecht oder Beeinträchtigungen eine Rolle, denn es geht uns um die individuelle Begleitung und Förderung des einzelnen Kindes. In unserer Kindertagesstätte bedeutet Integration, dass Kinder mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen gemeinsam spielen und voneinander lernen können. Sie erleben dadurch völlig unvoreingenommen die Vielfältigkeit des menschlichen Daseins. Darüber hinaus entwickeln sie ein Verständnis für die Bedürfnisse des Einzelnen und
RkJQdWJsaXNoZXIy MzM4NjI=